Vorsorgeuntersuchungen - PAP-Test

Was versteht man darunter?

Das entnommene Abstrichmaterial wird vom Pathologen untersucht und dann eingeteilt in die Papanicolaou-Klassifikation (PAP) (Münchner Klassifikation).

Darunter versteht man folgende Stadien:
 -  
Unauffälliges Zellbild
  -  I

Entzündlich regenerative, metasplastische oder degenerative Veränderungen, Hyper- und Parakeratosezellen
  II

schwere entzündliche oder degenerative Veränderungen, keine sichtbare Unterscheidung zwischen gut- und bösartig
  III

Dyskariosen in Superfizial- und Intermediärzellen deuten auf eine Dysplasie leichten bis mäßigen Grades
 

IIID - CINI, II

 


Dyskariosen von Zellen aus tiefen Schichten (schwere Dysplasie)
  IVa - CIN II/III

Dyskariosen tiefer Schichten, beginnende Invasion nicht auszuschließen
  IVb - CIN III/invasives Ca.?

   
Zellen eines invasiven Zervixkarzinoms oder anderer maligner Tumoren
  V - invasives Carc.

Diese Vorsorgeuntersuchung ist kostenlos und wird i.d.R. einmal jährlich bei gesunden Frauen, ansonsten nach Empfehlung des Pathologen öfter durchgeführt.


Neue Verfahren PAP/ HPV
Es gibt mittlerweile neue Verfahren zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs, die sich aber erst noch durchsetzen müssen, da noch zu kostenintensiv und nicht so bekannt.


Neue Schätzungen zeigen, dass
die Erkennungsrate des konventionellen PAP-Abstriches bei etwa 51% liegt. Falsch negative zytologische Befunde sind in erster Linie darauf zurückzuführen, dass ein nicht-repräsentativer Anteil des Abstrichs auf den Objektträger ausgestrichen wird. Insbesondere beim Watteträger werden 80% des entnommenen Materials weggeworfen. Hinzu kommt, dass die Zellen in verschiedener Dicke auf den Objektträger aufgetragen werden. Wenn sich zu viele Zellen auf einer Stelle befinden, ist es schwierig, alle Zellen zu beurteilen.

Ein neues Verfahren ist die "flüssigkeitsbasierte Zytologie", die auch Dünnschicht-Zytologie (ThinPrep) genannt wird. In den USA stellt diese Untersuchung schon 70% aller jährlichen PAP-Untersuchungen, ist somit schon fest etabliert.


In Schottland ist diese Methode seit 2003 eingeführt und hat die konventionelle Zytologie vollständig abgelöst, in England ist dies im Moment in Arbeit. In Deutschland wird diese Methode noch kontrovers diskutiert.


Was versteht man darunter?
Hier wird im Gegensatz zur konventionellen Methode das entnommene Material nicht auf einen Objektträger aufgestrichen, sondern mittels eines Bürstchens in einen mit Konservierungsflüssigkeit gefüllten Behälter eingetaucht und verschlossen, dann geschüttelt. So ist eine fast 100%-ige Übertragung der entnommenen Zellen garantiert. Diese Probe wird in einem Labor aufbereitet (Sedimentation oder computerkontrollierte Filtration). Der Pathologe erhält ein sauberes, repräsentatives und gut analysierbares Präparat, ohne Verunreinigungen und Überlagerungen.

Eine Weiterentwicklung ist die "Triage atypischer Befunde". Dieser Test ist die Kombination von HPV-Analyse und DNA-Zytometrie - ein hochsensitiver und spezifischer Test auf höhergradige zytologische Läsionen und histologische Veränderungen. Durch die Flüssigkeitszytologie ist die Verbindung aller dieser Tests anhand einer Probe möglich.


Fragen Sie Ihren Arzt nach einem Dreiphasenabstrich, sollte eine Abklärung der Ursache einer Dysplasie durch den Pathologen innerhalb von 2 Monaten nicht möglich sein. Es wird oft versäumt, nach der Zellentartung zu forschen bzw. nach der genauen Lokation der Zellentartung. Liegt ein Grad III vor, ist Vorsicht angebracht und nicht Abwarten; Zellen teilen sich alle 24 Stunden!
Ebenfalls ist nach neusten Erkenntnissen eine HPV-Untersuchung bei solch unklarem Befund dringend empfohlen. (Siehe Beitrag HPV/HART-Studie). Eine Essigsäurepinselung, Tumormarkerbestimmung und Konisation sollte weiterhin nach mindestens 2 - 3 x PAP III-Diagnostik durchgeführt werden (innerhalb eines halben Jahres!). Leider gibt es für diese Methoden und den Zeitpunkt der Wahl der Methode nur Empfehlungen - hier muss noch viel getan werden.


Literatur:

H.G. Meerpohl
Zervixkarzinom
In: Schmoll/Höffken/Possinger (Hrsg.) Kompendium Internistische Onkologie
Springer Verlag Heidelberg, 3. Auflage 1999, pp: 1575-1620

2. Forum Zytologie: Neue Verfahren zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
Vortragsreihe der Cytyc Germany GmbH
MedReview 12 (2003)

Referat
Neue Strategie für Screening auf Gebärmutterhalskrebs
Deutsches Ärzteblatt 101 (1-2), Jan. 2004: B49

Layfield LJ, Elsheikh TM, Fili A et.al.
Review of the state of the arat and recommendations of the Papanicolaou Society of Cythopathology ro urinary cytology procedures and reporting: the Papanicolaou Society of Cytopathology Practice Guidelines Task Force.
Diagn Cytopathol 2004 Jan; 30 (1): 24-30

Falkner CA, Walker JL
Management of atypical and low-grade cervical cytology.
Cancer J 2003 Sept.-Oct.; 9 (5): 377-81

Lorincz AT
Screening for cervical cancer: new alternatives and research.
Salud Publica Mex 2003; 45, Suppl 3: S376-87

Krane JF, Lee KR, Sun D, Yuan L, Crum CP
Atypical glandular cells of undetermined significance. Outcome predictions based on human papillomavirus testing.
Am J Clin Pathol 2004 Jan.; 121 (1): 87-92


Experte
:
Dr. Volker Schneider, Freiburg
Dr. Reinhard Bollmann, Bonn

Fragen zum ThinPrep-Test unter:
Cytyc Germany GmbH
Tel. 06404/ 66760
email: Germany@cytyc.com



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