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Vorsorgeuntersuchungen - Human Papilloma Virus (HPV)
Was ist das eigentlich? Bei den Frauenärzten
liegen die Gebührenkataloge aus, man liest HPV-Test und den Preis, aber weiß
eigentlich gar nicht, wie wichtig diese Untersuchung ist. Die Ärzte
weisen die Frauen auch nicht darauf hin, es wird einfach darüber
geschwiegen. Nachfolgend finden Sie einige wichtige Informationen zu
Entstehung und Epidemiologie des HPV sowie ersten wissenschaftlichen
Erfolgen zur Entwicklung der HPV-Impfung:
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Abb.: Human Papilloma-Virus
Quelle: Lancet 364 (17): PP 224-225 (2004)
Etzioni R, Thomas DB: Modelling the effect of screening for cervical
cancer on the population
Wissenschaftliche
Erklärung:
Humane Papilloma-Viren stellen eine große Gruppe von doppelsträngigen
DNS-Viren mit einem ausgesprochenen Topismus für kutane und mukosale
Epithelien dar.
In Bezug zur tumorigenen Virulenz wird zwischen Hochrisiko- (typischer
Vertreter: HPV Typ 16 und 18) und Niedrigrisikotypen (HPV 6 und 11)
unterschieden. Entstehen durch Infektionen der zuletzt genannten Gruppe
gutartige, selbstlimitierende Hauthyperproliferationen mit deutlicher
Regressionsneigung, gelten die Hochrisiko-Infektionen als prämaligne
Läsionen z.B. der Uterusschleimhaut.
Das HPV ist ein kleines, nichtumhülltes Virus von 55 nm Durchmesser,
doppelsträngige zirkuläre DNA enthaltend, welches Schleimhaut und
Epithelzellen befällt und sich im Kern dieser Zellen vermehrt. Mehr als
70 Typen der Papillomaviren sind bekannt. Der Rezeptor für den
Zelleintritt ist unbekannt. Einige der Viren wie HPV 16 und 18 tragen im
Genom das E6-Onkogen und haben onkogenes Potenzial.
Nach Zelleintritt vermehrt sich das HPV im Kern. Geringe Mengen von
Viren werden freigesetzt und infizieren Nachbarzellen. Die befallenen
Zellen ändern ihr Wachstumsverhalten, so dass in der Haut Fibrome und
Hautwarzen entstehen, auf der Schleimhaut des Respirationstraktes
Papillome und im Genitalbereich Kondylome und schließlich Karzinome. Die
Infektion mit HPV hinterlässt keine Immunität, so dass mit Blut aus
Warzen auch neue Läsionen autolog verursacht werden.
Die Manifestation der HPV-Infektion ist im wesentlichen von Dauer der
Infektion, Lokalisation und Zusatzfaktoren wie mechanischen Reizen und
anderen Infektionserregern abhängig.
HPV wird nicht über die Plazenta übertragen.
Direkter Kontakt mit papillomatöser Haut und Schleimhaut hat ein hohes
Übertragungsrisiko. Mechanischer Schutz (z.B. Kondome) verhindert die
Übertragung erheblich.
Chirurgische Entfernung der Papillome beseitigt die Präkanzerose. Lokale
Administration von Interferon- oder Interferon-ß führt bei der Hälfte
der Behandelten zu einer Rückbildung der Warzen; lokale Injektion von
Phosphonyl-Aciclo-Cytosin hilft bei Kondylomen oder Kehlkopfpapillomen
und führt zu einer dauerhaften Beseitigung. An einer prophylaktischen
und therapeutischen Vakzine wird gearbeitet.
Untersuchung
Mittels einer einfachen Untersuchung
(Zellabstrich), die leider nur bei begründetem Verdacht oder Vorbelastung von
Familienmitgliedern von den Kassen übernommen wird, kann Ihr Arzt/ Ihre Ärztin
bestimmen, ob Sie diesen Virus in sich haben und damit für die Entstehung dieser Krebsart
vorbelastet sind.
Dieser Virus muss nicht ausbrechen, manche tragen ihn viele Jahre in sich, ohne, dass
etwas passiert. Viele Faktoren beeinflussen den Angriff des Virus im Körper. Sie können
mit einer gesunden Lebensweise, wenig wechselnden Sexualpartnern bzw. der Benutzung eines
Kondoms und vor allem der Stärkung Ihres Immunsystems dazu beitragen, den Virus zu
stoppen. Nachgewiesen ist jedoch, dass der Virus eine große Rolle bei der Entstehung des
Zervixkarzinoms und auch anderer Krebsarten wie z.B. Zungenkrebs, Vulvakarzinom etc.
spielt.
Die Firma Roche Pharma AG hat die Einführung des Amplicor-Tests für den
Nachweis des humanen Papillomavirus in der EU bekannt gegeben. Der
Amplicor HPV-Test mit CE-Kennzeichnung („Conformité Européenne“) für die
in-vitro-Diagnostik ist das erste Reagenz zum Nachweis von HPV auf Basis
der Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Mit diesem Test lassen sich alle 13
„high risk“ Genotypen des HPV nachweisen.
Eine Behandlung von anogenitalen Warzen, die durch den Papillomavirus
ausgelöst wurden, kann mit Interferon erfolgen, jedoch spricht eine
Kosten-Nutzen-Analyse gegen diese Therapie. Der Einsatz von IFN bei
Papillomavirus-induzierter zervikaler Dysplasie ist noch nicht
ausreichend geprüft
Auch diese Untersuchung ist
eine Vorsorgeuntersuchung, die Sie allerdings in den meisten Fällen selbst bezahlen
müssen Ihre Gesundheit sollte es Ihnen wert sein!
Medikamente
zur Vorsorge und/oder Nachbehandlung des HPV
Nicht wieder z.B. an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, wenn man diesen erfolgreich
besiegt hat, hängt von einigen Faktoren ab. Z.B. sind die Frauen, die unter 40 Jahren
daran erkrankt und zusätzlich noch mit dem HPV belastet sind, stärker
rückfallgefährdet als Frauen, die diesen Virus nicht in sich tragen. Es kam schon zu
Spontanheilungen, dass ein aufgetretener positiver HPV-Befund wieder verschwindet, jedoch
bei vielen Frauen bleibt diese Gefahr nach Operation, Chemo- oder Strahlentherapie
trotzdem bestehen. Hier wird durch Wissenschaftler intensiv an Medikamenten geforscht. So
gab es letztens einen Bericht über einen Krebs-Impfstoff aus der Kartoffel, woran
Wissenschaftler aus Gatersleben forschen. Das Ziel ist es, in der Kartoffel ein
Virus-Eiweiß zu produzieren. Die Frauen würden beim Verspeisen der Kartoffel billig und
einfach Vorsorge betreiben. Die Forschung steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Ein
bereits entwickeltes Medikament aus den USA ist Aldara, welches als Gel in den
Gebärmutterhals eingebracht wird.
Eine Frage kommt mir als Frau dabei in den Sinn: Warum wird nur an Medikamenten
geforscht für Frauen der HPV wird wenn man der Meinung der Forscher Glauben
schenken kann hauptsächlich durch den Mann auf die Frau übertragen. Eigentlich
wäre der richtige Weg, ein Medikament zu erfinden, welches jungen Männern verabreicht
wird und damit eine Ansteckungsgefahr nicht mehr auftreten kann, ähnlich wie bei der
Pockenimpfung o.a..
Impfstoffe zur Stimulierung des Immunsystems können wahrscheinlich in den nächsten
Jahren gegen Tumoren eingesetzt werden. Dies geht aus wissenschaftlichen Berichten, die
sich in letzter Zeit häufen, hervor. Aber auch Impfungen als vorbeugende Maßnahmen sind
in Arbeit, so z.B. gegen die Papillomaviren, die unter anderem auch Gebärmutterhalskrebs
oder Leberzellkrebs auslösen können sowie bei z.B. Haut-, Magen- und Speiseröhrenkrebs
mit beteiligt sind. Es wird aus gentechnisch veränderten Papillomaviren ein Impfstoff
entwickelt, der vor einer Infektion schützen soll.
Eine französische Studie ist abgeschlossen worden; diese bringt Erkenntnisse hinsichtlich der
Bedeutung des HPV-Tests für das Screening bei Zervixkarzinomen. Es wird
festgestellt, dass hohe Kosten gespart werden können, wenn bei allen
Frauen als regelmäßige Erstuntersuchung ein HPV-Test gemacht wird und
nur die Frauen, bei denen HPV anzeigt, noch ein PAP-Test durchgeführt
wird. Alle anderen Frauen, die keine HPV-Diagnose haben, sollten zwar
regelmäßig untersucht werden, aber nicht mehr so kurz hintereinander wie
sonst üblich. Empfohlen wird eine Kolposkopie, die auch bei uns nicht
von den KK bezahlt wird und deshalb bei nur betroffenen Frauen
angewandt, Geld sparen hilft. Die Frauen, bei denen HPV anzeigt und der
PAP-Test auch ab III ausfällt, sollten sofort kolposkopiert und bei
positivem Befund konisiert/ biopsiert werden. Das lange (oft zu lange)
Abwarten entfällt, Frauen werden mit frühzeitigen Anzeichen erkannt und
sofort behandelt. Unnötige Tests entfallen und damit spart man
tatsächlich Kosten.
Es sind mittlerweile mehrere Studien abgeschlossen worden zum Thema der
„Impfung gegen HPV“. In Deutschland ist der Impfstoff jetzt (seit
6.10.2006) zugelassen. Tatsächlich hat Merck & Co. beziehungsweise das
Gemeinschaftsunternehmen Sanofi Pasteur MSD, an dem Merck & Co. und der
französische Sanofi-Aventis-Konzern zu gleichen Teilen beteiligt sind,
bei der europäischen Arzneimittel-Zulassungsbehörde Emea schon im
Dezember 2005 den Zulassungsantrag für seinen Impfstoff "Gardasil"
eingereicht, der dem von Glaxo in der Wirkung grundsätzlich vergleichbar
ist, auch wenn die Unternehmen gegenüber der Fachöffentlichkeit
graduelle Unterschiede herausstellen. Parallel zu Merck & Co hat die
britische Firma GlaxoSmithKline auf der Basis desselben rekombinanten
VLP (L1) einen Impfstoff mit Namen „Cervarix“ entwickelt, der
sich ebenfalls gegen die hauptveranwortlichen HPV-Typen 16 und 18
richtet. In Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Impfung auch
einen gewissen Schutz vor Infektionen mit den ebenfalls als
Krebsverursacher in Frage kommenden HPV-Typen 31 und 45 bietet. Das
Unternehmen hat bereits im Frühjahr 2006 in Europa die Zulassung von „Cervarix“
für Mädchen ab 10 Jahren beantragt; sie wird in Deutschland – wie für
Gardasil – 2007 erwartet. Grundsätzlich geht es bei der Impfung um den
Schutz vor dem so genannten Humanen Papillomavirus (HPV). Da die Viren in
erster Linie durch sexuelle Aktivitäten übertragen werden, gilt es als
sinnvoll, Mädchen im Alter zwischen zehn und fünfzehn Jahren zu impfen.
Einige Forscher regen inzwischen an, die Impfung sogar noch früher
vorzunehmen, so lange nämlich, wie die Betroffenen den Arzt ohnehin noch
im Rahmen ihres normalen Impfzyklus aufsuchten, um die umfassende
Versorgung sicherzustellen. Die Impfung schützt gegen die gefährlichsten
Virenstämme 16 und 18 sowie im Fall von Merck & Co. wohl auch gegen HPV
6 und HPV 11, die vor allem Genitalwarzen verursachen.
Quellen:
www.fda.gov
Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen
Medizinischen Fachgesellschaften vom 16. Oktober 2006
http://idw-online.de
Pressemitteilung von Merck
www.merck.com/newsroom
Fragen Sie
Ihren Arzt/ Ihre Ärztin nach den aktuellen Studienergebnissen bzw. nach der Möglichkeit
an der Teilnahme an einer Studie.
Impfung – Kosten und Durchführung
Der Impfstoff wird erfreulicherweise immer mehr von den Krankenkassen
erstattet. Die Studien sind abgeschlossen und schließen Frauen/ Mädchen
von 12-26 Jahren ein, deswegen erstatten viele Krankenkassen auch
mittlerweile bis 26-jährigen die Kosten. Die
Impf-Behandlung besteht aus drei Injektionen, die im Laufe eines halben
Jahres verabreicht werden. Die Kosten belaufen sich auf ca. 159,- Euro
je Impfstoffampulle. Die Kosten für
den Arzt kommen noch dazu, so dass insgesamt mit 500 Euro zu rechnen
ist. Der Impfschutz hält nach bisherigen Erkenntnissen mindestens vier
bis fünf Jahre an, er wirke jedoch voraussichtlich deutlich länger;
allerdings gebe es hierüber noch keine Langzeitdaten, hieß es bei der
Vorstellung des neuen Impfstoffes in Heidelberg. Trotz des Fortschritts,
den der weltweit erste Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs verspricht,
bleibe eine kontinuierliche Krebsfrüherkennung unabdingbar, da der neue
Impfstoff eben nur zu rund 70 Prozent schütze. In 30 Prozent der
Gebärmutterhalskrebs-Fälle seien Infektionen mit anderen HPV-Viren
ausschlaggebend, die durch den Impfstoff nicht verhindert werden
könnten.
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Links:
http://www.3M.com/us/healthcare/pharma/aldara/
http://www.zytologie-aktuell.de/z_Inhalt/zervix.html
http://home.t-online.de/home/Dr.M.Lotz/hpv.htm
http://www.m-ww.de/krankheiten/sexuell_uebertragbare_krankheiten/warzen.html
http://www.rki.de
http://vulvakarzinom-shg.de/homepage/index.htm
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