|
Was ist
das eigentlich? Bei den Frauenärzten liegen die Gebührenkataloge aus,
man liest HPV-Test und den Preis, aber weiß eigentlich gar nicht, wie
wichtig diese Untersuchung ist. Die Ärzte weisen die Frauen auch nicht
darauf hin, es wird oft einfach darüber geschwiegen.
Vorsorge und/oder
Nachbehandlung des HPV Nicht wieder z.B. an Gebärmutterhalskrebs zu
erkranken, wenn man diesen erfolgreich besiegt hat, hängt von einigen
Faktoren ab. Z.B. sind die Frauen, die unter 40 Jahren daran erkrankt
und zusätzlich noch mit dem HPV belastet sind, stärker rückfallgefährdet
als Frauen, die diesen Virus nicht in sich tragen. Es kam schon zu
Spontanheilungen, dass ein aufgetretener positiver HPV-Befund wieder
verschwindet, jedoch bei vielen Frauen bleibt diese Gefahr nach
Operation, Chemo- oder Strahlentherapie trotzdem bestehen. Hier wird
durch Wissenschaftler intensiv an Medikamenten geforscht. So gab es
letztens einen Bericht über einen Krebs-Impfstoff aus der Kartoffel,
woran Wissenschaftler aus Gatersleben forschen. Das Ziel ist es, in der
Kartoffel ein Virus-Eiweiß zu produzieren. Die Frauen würden beim
Verspeisen der Kartoffel billig und einfach Vorsorge betreiben. Die
Forschung steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Ein bereits
entwickeltes Medikament aus den USA ist ein Gel, welches in den
Gebärmutterhals eingebracht wird. Impfstoffe zur Stimulierung
des Immunsystems können wahrscheinlich
in den nächsten 5 Jahren gegen Tumoren eingesetzt werden. Dies geht aus
wissenschaftlichen Berichten, die sich in letzter Zeit häufen, hervor.
Aber auch Impfungen als vorbeugende Maßnahmen sind in Arbeit, so z.B.
gegen die Papillomaviren, die unter anderem auch Gebärmutterhalskrebs
oder Leberzellkrebs auslösen können sowie bei z.B. Haut-, Magen- und
Speiseröhrenkrebs mit beteiligt sind. Es wird aus gentechnisch
veränderten Papillomaviren ein Impfstoff entwickelt, der vor einer
Infektion schützen soll. Wissenschaftliche Studien belegen, dass durch
den Einsatz der Impfung weniger Frauen an behandlungsbedürftigen
Veränderungen am Gebärmutterhalskrebs erkranken. Langfristig könnte auch
die Rate an Gebärmutterhalskrebs gesenkt werden. Die Ständige
Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt die HPV-Impfung in
Deutschland für Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren. Kondome schützen nicht sicher!!! Die HART-Studie verweist darauf, dass der HPV-Test
zuverlaessiger als der PAP-Abstrich bei der Erkennung des
Zervixkarzinoms ist. Die Studie belegt auch, dass sich durch den
HPV-Test weitergehende Untersuchungen bei vielen Frauen vermeiden
lassen. Impfung – Kosten und Durchführung Die Impf-Behandlung besteht aus drei Injektionen, die
im Laufe eines halben Jahres verabreicht werden. Die Kosten belaufen
sich voraussichtlich auf rund 155 Euro pro Dosis. Die Kosten für den
Arzt kommen noch dazu, so dass insgesamt mit 500 Euro zu rechnen ist. Der
Impfschutz hält nach bisherigen Erkenntnissen mindestens vier bis sieben
Jahre an, er wirke jedoch voraussichtlich deutlich länger; allerdings
gebe es hierüber noch keine Langzeitdaten, hieß es bei der Vorstellung
des neuen Impfstoffes in Heidelberg.
Trotz des Fortschritts, den der weltweit erste
Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs verspricht, bleibe eine
kontinuierliche Krebsfrüherkennung unabdingbar, da der neue Impfstoff
eben nur zu rund 70 Prozent schütze. In 30 Prozent der
Gebärmutterhalskrebs-Fälle seien Infektionen mit anderen HPV-Viren
ausschlaggebend, die durch den Impfstoff nicht verhindert werden
könnten. Bei den Impfstoffen handelt
es sich um „Totimpfstoffe“, sog.
Virus like particles (leere Virushüllen).
Die HPV-Impfung wird leider immer noch nicht bei
allen Mädchen durchgeführt, es fehlt definitiv an Aufklärung und die
Medien haben durch Kampagnen nicht gerade dazu beigetragen, dass die
Bereitschaft steigt.
Laufende Studien werden zeigen, wie weiter
vorgegangen werden muss. Von vielen Gynäkologen kommt leider immer noch
nicht die notwendige Unterstützung in der Überzeugungsarbeit. Es werden
nationale Programme benötigt, die HPV-Impfung könnte z.B. im Rahmen der
Rötelnimpfung (zur Vorsorge für spätere Schwangerschaften) mit
aufgenommen werden.
Wie Frau Professor Hampl von der Universität
Düsseldorf in der Medical Tribune 2/ April 2011 berichtet, wäre ein
Impfschutz auch für Männer/ Jungen sehr wichtig, ähnlich dem Beispiel in
den USA - dies vor dem Hintergrund, dass vor allem auch Anal- und
Peniskarzinome durch eine HPV-Infektion verstärkt zunehmen (72% der
Analkarzinome, 40% Peniskarzinome). Es wird auch beobachtet, dass Vulva-
und Vaginalkarzinome immer mehr zunehmen, in immer jüngerem Alter der
Patientinnen. Es wird ein Zusammenhang mit der Zunahme von
HPV-Infektionen dabei gesehen. Kritik und Diskussion um Impfstoffe
http://www.krebsinformationsdienst.de/themen/vorbeugung/hpv-impfung4.php Quellen:
Prävention/ Aufklärung Am 6.11.2010 fand eine Sitzung in Berlin mit 13
ausgewählten Frauen aus Deutschland statt (unter Einladung des Deutschen
Akademikerinnenbundes), die sich mit dem Thema „Impfprävention“
beschäftigen und dafür kämpfen wollen, dass u.a. auch die HPV-Impfung in
das Impfprogramm der STIKO aufgenommen wird. Grit: "Ich gehöre zu dieser sich neu gegründeten Gruppe als einzige Patientenvertreterin." Es wurde festgestellt, dass die Impfbereitschaft in
Deutschland lt. neuen Zahlen bei knapp 30% liegt – viel weniger als in
anderen Ländern, obwohl in Deutschland viele Impfungen kostenlos sind.
Sachsen-Anhalt hat dabei die niedrigste Rate. In anderen Ländern werden
mühevoll Spenden zusammengesucht, um Impfungen überhaupt finanzieren zu
können.
Viele Jugendliche wissen nicht, dass sie
Rechtsanspruch auf die J1-Untersuchung und Impfungen haben. In
Sachsen-Anhalt gibt es noch die Reihenuntersuchung in der 6. Klasse, in
vielen anderen Bundesländern nicht mehr. Auch viele Eltern kommen ihrer
Informationspflicht und Fürsorgepflicht bei Kindern nicht vollständig
nach und somit haben viele Impfausweise große Lücken. In den verschiedenen Bundesländern existieren
Projekte, die sich aber allesamt selbst finanzieren und nicht unbedingt
gefördert werden, zur Impfprävention, wie z.B. PIKS (Brandenburg), PIMP
your life: Impfbus in Brandenburg (schuetzdich.de), Freunde fürs Leben
(Sachsen-Anhalt), Projekte der ÄGGF. Beim Impfbus beispielsweise fahren
Ärzte in die Schulen und checken die Impfausweise, frischen Impfungen
auf oder impfen neu, um die Lücken zu schließen. Dies geht natürlich nur
mit Einwilligung der Eltern; ab 16 dürfen Kinder jedoch selbst
entscheiden, ob sie geimpft werden wollen (sog. Einwilligungsfähigkeit
ab 16). Die Projekte und Ideen, die Impfbereitschaft zu
fördern sowie das Wissen, dass Impfen schützt, sind da – müssen
gebündelt und deutschlandweit als ein Projekt festgeschrieben werden -
mit politischer Unterstützung und somit auch mehr Erfolg in der
Impfprävention. Nur wenn es gelingt, die Aufklärung voranzutreiben, wird
die Impfbereitschaft zunehmen. Programme in Australien haben gezeigt, dass die
Impfbereitschaft auf über 87% gesteigert werden kann. Dies ist auch
unter dem wirtschaftlichen Aspekt des Rückgangs von langwierigen
Erkrankungen – hier sei z.B. auch die Eindämmung von Zervixkarzinomen
u.a. durch HPV verursachten Erkrankungen und damit sehr hohen Kosten der
Behandlung bei Erkrankung – hingewiesen (Lit: Fairly CK et.al., Sex
Transm Infect 2009, 0:1-4; Schulimpfergebnisse).
Tun wir etwas für unsere Kinder! Impfen schützt.
Ärzte in die Schulen. Informieren Sie sich auf den folgenden Seiten:
www.j1.gesundheitsreferentin.de Im Folgenden wurde die von uns erarbeitete Petition
im Februar 2011 bei der STIKO eingereicht und u.a. auch im Konsens
1/2011 über unsere Aktion berichtet. Eine Publikation zu Kosten beim HPV-Screening in
Deutschland ist jetzt aktuell erschienen:
Sroczynski G,
Schnell-Inderst P,
Mühlberger N,
Lang K,
Aidelsburger P,
Wasem J,
Mittendorf T,
Engel J,
Hillemanns P,
Petry KU,
Krämer A,
Siebert U.
Cost-effectiveness of primary HPV screening for cervical cancer in
Germany - a decision analysis.
Eur J
Cancer.
2011 Apr 7. [Epub ahead of print] Hier wird ausgesagt, dass ein HPV-Screening alle 2
Jahre (oder länger) eine Kostenersparnis gegenüber der Untersuchung
mittels normalem PAP-Abstrich in geringeren Zeitabständen bringt. Wenn
bei einer Patientin eine HPV-Erkrankung vorliegt und diese in geringeren
Abständen in Beobachtung bleibt, Frauen hingegen, die keine
HPV-Erkrankung haben, in größeren Abständen dem Arzt zum Screening
vorgestellt werden, können erhebliche Kosten gespart werden. Es werden
zu oft auch bei gesunden Frauen unnötig verschiedene Tests angewendet.
Das HPV-basierte Screening wird als mehr effektiv eingeschätzt als die
konventionelle, bisher angewandte Zytologie.
Literatur:
Getting to know human papillomavirus (HPV) and the HPV vaccines.
J Am
Osteopath Assoc.
2011 Mar;111(3 Suppl 2):S29-34.
Vaccines - but not as we know them: an ethical evaluation of HPV
vaccination policy in Australia.
Aust
N Z J Public Health.
2011 Apr;35(2):176-9. doi: 10.1111/j.1753-6405.2011.00652.x. Epub 2011
Mar 7.
No JH,
Kim
MK,
Jeon
YT,
Kim
YB,
Song
YS.
Human papillomavirus vaccine: Widening the scope for cancer
prevention.
Mol
Carcinog.
2011 Apr;50(4):244-53. doi: 10.1002/mc.20657.
Quintero Johnson J,
Sionean C,
Scott
AM.
Exploring the Presentation of News Information About the HPV
Vaccine: A Content Analysis of a Representative Sample of U.S. Newspaper
Articles.
Health Commun.
2011 Apr 4:1-11. [Epub ahead of print]
"I
thought cancer was one of those random things. I didn't know cancer
could be caught…": Adolescent girls' understandings and experiences of
the HPV programme in the UK.
Vaccine.
2011 Apr 20. [Epub ahead of print]
Chadenier
GM,
Colzani E,
Faccini M,
Borriello
CR,
Bonazzi C.
Assessment of the first HPV vaccination campaign in two northern
Italian health districts.
Vaccine.
2011 Apr 15. [Epub ahead of print]
Sroczynski G,
Schnell-Inderst P,
Mühlberger N,
Lang K,
Aidelsburger P,
Wasem J,
Mittendorf T,
Engel J,
Hillemanns P,
Petry KU,
Krämer A,
Siebert U.
Cost-effectiveness of primary HPV screening for cervical cancer
in Germany - a decision analysis.
Eur J
Cancer.
2011 Apr 7. [Epub ahead of print]
Beard
K.
Reducing the rate of cervical cancer: ethical challenges in
public health.
J
Natl Black Nurses Assoc.
2010 Dec;21(2):39-43.
Bourgault-Villada I.
McLemore MR
Santos M, Landolfi S, Olivella A et.al.
Kjaer S, Hogdall E, Frederiksen K et.al.
Hanna E, Bachmann G
Widdice LE, Kahn JA
Anttila A, Hakama M, Kotaniemi-Talonen L, Nieminen P
Kaufmann AM, Schneider A
Lehtinen M, Herrero R, Mayaud P, Barnabas R, Dillner J, Paavonen J,
Smith PG
Kahn
J.A.
S. L.
Kulasingam, E.R. Myers |