Vorsorgeuntersuchungen - Zervix (Gebärmutterhals)

Die Abstriche, die bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung gemacht werden, sollten sorgfältig vorgenommen werden (mit Spiegeleinstellung, unter kolposkopischer Sicht von der Portiooberfläche und aus dem Zervikalkanal) – hier trägt Ihre Frauenärztin/ Ihr Arzt eine große Verantwortung. Hier werden auch die größten Fehler gemacht – der Pathologe kann nur das untersuchen und bewerten, was der Frauenarzt ihm liefert!

Sollte eine Gewebsprobe/Zellabstrich durch den Pathologen als bedenklich eingestuft werden (dies geschieht durch eine Einteilung in PAP I-V, siehe Extra-Top), ist dringend angezeigt, dass sich die betreffende Patientin unbedingt einer engmaschigen Beobachtung unterzieht (alle 3 Monate Wiedervorstellung mit Zellabstrich) und spätestens nach dem 2. positiven Befund (ab PAP III) weitere diagnostische Methoden zur Abklärung des Befundes einfordert. Hierzu ist am besten, sich eine Überweisung an ein Kompetenzzentrum (Universitätsfrauenkliniken, sog. Dysplasiesprechstunden) ausstellen und dort bzw. durch den Frauenarzt, der die Expertise hat, eine Kolposkopie vornehmen zu lassen.


In einem Artikel von Klaus Koch (Medizinische Klinik 2003; 98: 400-403) wird eindrucksvoll geschildert, dass jedoch noch viele Patienten in Deutschland gar nicht bereit sind, die schon seit 1971 angebotenen kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Vor allem bei Männern überwiegt die Ablehnung. Es werden immer mehr Appelle und Kampagnen gestartet – wie z.B. die Gründung der Burda-Stiftung gegen Darmkrebs, nachdem der Sohn vom Verleger Burda an dieser Krebsart verstorben war; sie also selbst zu Betroffenen wurden. Seitdem ist gerade bei dieser Krebsart viel passiert: es wurde mit Hilfe auch dieser Stiftung und darin mitarbeitenden, namhaften Prominenten und Ärzten erreicht, dass die Darmspiegelung als Früherkennung publik gemacht und nicht mehr totgeschwiegen wird sowie die Kassen diese Vorsorgeuntersuchung jetzt sogar ab einem bestimmten Alter übernehmen.

Herr Koch hat versucht aufzuzeigen, wann Früherkennung zum Problem werden kann – für den Arzt und für den Patient. Ethische und rechtliche Aspekte werden näher beleuchtet. Dieser Artikel ist empfehlenswert.

Grit: "Ich habe letztens ein Gespräch mit einer Krankenschwester geführt, die mir eindeutig sagte, sie wolle gar nicht wissen, was sie hat. Es ist tatsächlich so: Umso mehr man sich untersuchen lässt, um so mehr wird gefunden, da die Technik heute so gut ist, dass vieles schon im frühsten Stadium erkannt werden kann. Es gibt darüber viele Meinungen, inwieweit welche Untersuchungen wie oft und ab welchem Alter gemacht werden sollten."

Für mich sollte nur eine Meinung zählen: Ich will wissen, was in mir vorgeht. Ich will mittun, um mich wieder gesund zu fühlen, und ich will niemals als unmündiger Patient behandelt werden.


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