-

Tubenkarzinom

Primäre Tubenkarzinome sind selten. Das Tubenkarzinom wird zusammen mit dem epithelialen Ovarialkarzinom diskutiert. Häufig handelt es sich bei Tumoren in den Tuben um Metastasen eines benachbarten Ovarialkarzinoms oder um Fernmetastasen eines Mammakarzinoms.

Die Inzidenz liegt bei etwa 0,3-1%. Das Verhältnis Ovarial- zu Tubenkarzinom wird 150:1 angegeben.

Am häufigsten wird dieser Tumor zwischen dem 40. und 60. Lj. diagnostiziert; das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 55 Jahren. Zur Ätiologie ist wenig bekannt. Die Rolle der Östrogene bei der Tumorentstehung ist unklar.

Tubenkarzinome entstehen in allen 3 Anteilen der Tube, etwas gehäuft im ampullären Anteil. Der  Fimbrientrichter ist häufig verschlossen, eine Auftreibung der Tube im Sinne einer Hämato- oder Pyosalpinx ist die Folge.

Tubenkarzinome treten auf als:

-       Adenokarzinome
-       in ca. 20% befinden sich bilaterale Karzinome
-       hellzellige, endometrioide (noninvasiv bzw. oberlächlich invasiv), adenosquamöse und plattenepithelartige
        Tumoren. Auch eine neuroendokrine Differenzierung ist möglich.

Bis heute gibt es keine histomorphologischen, ultrastrukturellen oder immunhistochemischen Kriterien, die ein primäres Tubenkarzinom charakterisieren könnten. Sicher erscheint die Diagnose nur, wenn keine Beteiligung des Ovars und/oder des Endometriums vorliegt.

Häufig treten als erste Verdachtsmomente vaginale Blutungen, Leukorrhö und abdominale Schmerzen auf. Bekannt ist auch eine schwallartige Absonderung von wässrig-blutigem Flour, häufig in Verbindung mit peri- oder postmenopausalen Blutungsstörungen.

80% der Tubenkarzinome sind primär einseitig. Tastbare Adnextumoren fallen bei der gynäkologischen Untersuchung auf, die oft einhergehen mit uncharakteristischen abdominalen Beschwerden, gelegentlich Aszites.

FIGO-Klassifikation 1992: T-Primärtumor    

 

 

 

TNM-Kategorien

Figo-Stadien

 

a

Tx

 

Primärtumor kann nicht beurteilt werden

 

T0

 

kein Anhalt für Primärtumor

 

Tis

 

Carcinoma in situ

 

T1

I

Tumor begrenzt auf Tube(n)

 

T1a

I

Tumor begrenzt auf eine Tube, ohne Penetration der Serosaoberfläche; Ascites, kann vorhanden sein, wenn Zytologie negativ

 

T1b

IB

Tumor begrenzt auf zwei Tuben, ohne Penetration der Serosaoberfläche; Ascites kann vorhanden sein, wenn Zytologie negativ

-

T1c

IC

Tumor begrenzt auf eine oder beide Tuben mit Ausdehnung auf oder durch die Serosa und/oder Tumorzellen in Ascites oder Peritonealspülung

 

T2

II

Tumor begrenzt auf eine oder beide Tube(n) und Ausbreitung im Becken

 

T2a

IIA

Ausbreitung auf und/oder Metastasen am Uterus und/oder Ovarien

 

T2b

IIB

Ausbreitung auf andere Beckenstrukturen

 

T2c

IIC

Ausbreitung im Becken (2a oder b) mit Tumorzellen in Ascites oder Peritonealspülung

 

T3 und/oder N1

III

Tumor befällt eine oder beide Tube(n) mit mikroskopisch nachgewiesenen Peritonealmetastasen außerhalb des Beckens und/oder regionären Lymphknotenmetastasen

 

T3a

IIIA

Mikroskopische Peritonealmetastasen jenseits des kleinen Beckens

 

T3b

IIIB

Makroskopische Peritonealmetastasen jenseits des kleinen Beckens, größte Ausdehnung 2 cm oder weniger

 

T3c und/oder N1

IIIC

Peritonealmetastasen jenseits des Beckens, größte Ausdehnung mehr als 2 cm und/oder Lymphknotenmetastasen

 

M1

IV

Fernmetastasen (ausschließlich Peritonealmetastasen)

 

 

zurück