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Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs)
Der Eierstockkrebs entwickelt sich aus den oberflächlichen Zellen des
Eierstocks. Es sind im Eierstock verschiedene Zelltypen vorhanden und
deswegen können sich unterschiedliche Typen des Krebses entwickeln.
Auch diese Krebsart ist eine eher seltene Erkrankung, jedoch mit ca. 8000
Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland die fünfhäufigste Krebserkrankung
der Frau mit steigender Tendenz. Nur bei 25% der Frauen
wird der Eierstockkrebs im Frühstadium diagnostiziert. Ein
charakteristisches Merkmal maligner Ovarialtumoren
ist ihre tumorbiologische und morphologische Heterogenität. Unter
histogenetischen Aspekten werden 3 Hauptgruppen
unterschieden:
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Epitheliale Ovarialkarzinome
(benigne Tumoren, maligne Tumoren, Borderlinetumoren, multifokales
extraovarielles Ovarialkarzinom, invasives Ovarialkarzinom)
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Maligne Keimzelltumoren
(Dysgerminome,
Endodermale Sinustumoren, Embryonale Karzinome,
Polyembryome,
Chorionkarzinome, Teratome,
Mischformen, Gonadoblastome und Mischformen
der Tumoren mit Anteil von Keimzell- und
Stromaanteilen)
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Maligne
Stromazelltumoren (Granulosazelltumoren
oder Thekazelltumoren,
Sertoli-Leydig-Tumoren, Gynandroblastome,
Fibrome, Thekome, unklassifizierbare
Tumoren)
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Die
epithelialen Ovarialkarzinome bilden die
weitaus größte Untergruppe. Von malignen
Keimzelltumoren sind besonders häufig junge Frauen und Kinder betroffen.
Die genauen Ursachen für die Entstehung dieses Krebses sind auch noch
weitestgehend unbekannt. Es wird vermutet, dass eine ständige
Eireifung mit Auslösung des Eisprungs eine Rolle
spielt – d.h., dass vor allem Frauen, die nicht geboren haben oder/ und
keine Verhütungsmittel (z.B. Pille) verwenden lt. statistischen
Beobachtungen eher für diese Krebsart anfällig sind. Bei ca. 5% der
Patientinnen liegt eine genetische Veranlagung vor. Weiterhin wird vermutet,
dass Kontakte mit Schadstoffen oder auch die Ernährung (z.B. die Aufnahme
von zu viel gesättigten Fettsäuren) eine Rolle spielen.
Weiterhin spielt der Eierstockkrebs oft im Zusammenhang mit Brustkrebs eine
Rolle – der sog. „BRCA-1- oder -2-Mutation“ (BRCA:
Breast Cancer Antigen). Frauen mit
Eierstockkrebs haben ein 4x höheres Risiko, im Verlauf ihres Lebens auch an
Brustkrebs zu erkranken. Wenn dieses Gen nachgewiesen wird, kann man davon
ausgehen, dass man eine höhere Veranlagung hat, an diesen Krankheiten zu
erkranken – und kann dem entsprechend engmaschige Kontrollen wahrnehmen.
weitere Informationen zur Epidemiologie des Eierstockkrebses:
www.eierstock-krebs.de
Auch für den Eierstockkrebs gibt es Leitlinien für die Behandlung – siehe
unter
www.ago-ovar.de.
Neue klinische Studien:
www.krebsmagazin.de
Maligne Keimzelltumoren
Etwa 20% aller Ovarialtumoren sind
Keimzelltumoren. Mehr als 95% davon sind gutartige
Neoplasien, allen voran die gutartigen
zystischen Teratome.
Maligne Keimzelltumoren des Ovars sind selten.
Sie machen nur 3-5% aller malignen Ovarialtumoren
aus.
Es handelt sich um sehr aggressiv wachsende Tumoren. Die Chance auf Heilung
ist gut, insbesondere, wenn eine frühzeitige Behandlung einsetzt.
Das mediane Alter liegt zwischen 16 und 20 Jahren – je jünger die Frau,
um so höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein
maligner Keimzelltumor vorliegt.
Klassifikation der Keimzelltumoren des Ovars
(nach WHO)
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I. Keimzelltumoren |
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A.
Dysgerminome |
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B.
Endodermale Sinustumoren |
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C. Embryonale Karzinome |
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D.
Polyembryome |
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E.
Chorionkarzinome |
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F.
Teratome |
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1.
Immature Teratome |
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2. mature
Teratome |
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a) solide |
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b)
zystisch |
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3.
Mondermale und “higly specified”
Teratome |
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a)
Struma
ovarii |
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b)
Karzinoid |
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c)
Neuroektodermale Tumoren |
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d)
Talghaltige Tumoren |
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e)
Andere |
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G. Mischtumoren
verschiedener Keimzelltumoren |
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II. Tumoren mit Anteilen von
Keimzell- und Stromazellanteilen |
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A.
Gonadoblastome |
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B. Mischformen |
Diagnose
Die häufigsten Symptome bei jungen Frauen sind Völlegefühl und
Fremdkörpergefühl im Abdomen oder kleinen Becken in Verbindung mit
zunehmenden abdominalen Schmerzen,
Dysurie, Druckgefühl.
Viele maligne Keimzelltumoren produzieren Tumormarker, die im Serum oder
Gewebe immunhistochemisch nachzuweisen sind.
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Beim
Dysgerminom sind das z.B. |
hCG,
LDH, CA125 |
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beim
Chorionkarzinom |
hCG,
CA125 |
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beim
endodermalen Sinustumor |
AFP, LDH, CA125 |
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bei reifen
Teratomen mit
Plattenepithelkarzinom |
CA19-9 und SCC |
Behandlung
Heutzutage können Patientinnen mit allen Formen der Keimzelltumoren durch
den konsequenten Einsatz der modernen Zytostatika in sehr hoher Zahl geheilt
werden. Meist wird der Primärtumor operiert, ohne dass die Fertilität damit
gestört wird, so dass gerade für die jungen Frauen sich der Kinderwunsch
später erfüllen kann.
Maligne Stromazellen des
Ovars
Stromazellen bilden mit ca. 5-7% der Diagnosen die drittgrößte Gruppe
aller Ovarialtumoren, wobei ihr Anteil an den
Ovarialkarzinomen nur etwa 2% beträgt.
Klassifikation der Stromazelltumoren des
Ovars nach WHO
Granulosazelltumoren
- adulte Form
- juvenile Form
Sertoli-Leydi-Zelltumoren
- hochdifferenziert
- mäßig differenziert
- schlecht differenziert
Fibrom/ Thekom
- Thekom
- Fibrom
- Fibrosarkom
Unklassifizierbare Tumoren
-Lipidzelltumoren
- Hiluszelltumoren
sklerosierende Stromatumoren
Gynandroblastom
Keimstrangtumoren mit annulärem
Tubuli
Stromazelltumoren sind häufig endokrin aktive Tumoren.
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