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Daniela, geb. 1967
Nachdem ich mich mehrere Monate wegen Kinderwunsch in verschiedenen
Spezialbehandlungen befand, wurde festgestellt dass ich wahrscheinlich einen
Gebärmutterhalskrebs habe und dringend eine Konisation erfolgen müsse. Ich
wurde nicht aufgeklärt, es wurde angewiesen, dass ich ins Krankenhaus zu
gehen habe und auch auf meinen Kinderwunsch wurde nicht mehr eingegangen –
dieser Wunsch wurde nach Diagnosestellung eines
Zervix-Ca. für mich zunichte
gemacht. Mir wurde nur dringend empfohlen, sofort die Gebärmutter entfernen
zu lassen, nachdem die Befunde der Konisation dies anrieten, denn man könne
nicht einschätzen, wie weit die Krebszellen auch die Gebärmutter befallen
hätten. Da ich völlig verunsichert war, widersprach ich auch nicht, sondern
ließ alles über mich ergehen. Dabei ging ich jedoch fast psychisch zugrunde.
Der Kinderwunsch war stärker und nun war ich keine Frau mehr. Ich
realisierte erst nach mehreren Monaten und meiner Mitarbeit in der
Selbsthilfegruppe, die Grit Gardelegen leitet, dass ich diesem raschen
Eingriff vielleicht mein Leben zu verdanken habe und jetzt nach vorn schauen
muß.
Die Konisation wurde stationär gemacht, mir ging es hinterher sehr gut. Die
Wartezeit auf die Befunde war psychisch belastend und erforderte manche
Geduldsprobe. Als die Diagnose kam, habe ich alles, was getan werden musste,
über mich ergehen lassen. Ich stand wie unter Schock, habe maschinell
reagiert. Die Entfernung der Gebärmutter mittels Absaugung über die Scheide
war kein Problem, ich hatte auch keine Beschwerden oder irgendwelche
Komplikationen, so dass ich nach einem normalen Zeitraum aus dem Krankenhaus
entlassen werden konnte. Aber dann gingen die Probleme los: Wo finde ich
einen neuen Arzt – der mich menschlicher behandelt, mit mir redet, mir alles
erklärt? Warum verändert sich das Sexualleben – ist das normal? Es waren
viele Probleme, die für mich sehr wichtig waren und die ich einfach
beantwortet haben wollte – aber keiner war da, den ich fragen konnte. Als
ich auf der Vital-Messe in Halle meine Runden drehte, stieß ich auf den
Stand der Selbsthilfegruppe und dort kam ich mit Frau Gardelegen ins
Gespräch – und ich fasste Vertrauen und ging zum Treffpunkt. Dies habe ich
nicht bereut. Ich kann meine Fragen stellen, bei Problemen wird mir sofort
geholfen, ich kann mit Gleichgesinnten reden. Auch die Vorträge über den
Krebs, der mich betroffen hatte, haben mir geholfen, erst einmal richtig
über die Krankheit aufgeklärt zu werden, es besser zu verstehen, warum was
gemacht werden musste. Dies alles hat mir geholfen, wieder optimistischer
nach vorne zu schauen, zu akzeptieren, dass ich nur ein Kind habe, für sie
und meinen Mann wieder da zu sein und das Leben zu genießen. Dazu hat die
Selbsthilfegruppe entscheidend beigetragen. Ich kann nur allen Frauen raten,
bei diesem speziellen Thema unbedingt Rat und Hilfe anzunehmen, zu reden und
nicht alles alleine durchstehen zu wollen – mir hat es geholfen.
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