Eigene Erfahrungen (Zervixkarzinom)

Was erwartet mich bei der Operation und danach?

Diese Operation ein sehr schwerer Eingriff, den jeder unterschiedlich verkraftet. Ich selbst habe noch nie in meinem Leben solche Schmerzen erlitten und so viel Angst gehabt – Sie brauchen professionelle Hilfe von verständnisvollen Pflegekräften, guten Schmerztherapeuten (Anästhesisten) und den Zuspruch Ihrer Familie und der behandelnden Ärzte sowie evtl. von Psychologen.

Man verliert ein "Stück Frau", die Gebärmutter. Es ist nicht mehr rückgängig zu machen, dass nach Entfernung des Organs der Kinderwunsch nicht mehr zur Debatte stehen kann.

Es gibt 2 Methoden für die Schnittführung bei der Gebärmutterentfernung: die kleinere Operation mit Querschnitt in der Bauchfalte, die meist schneller heilt und für die Frau weniger schmerzhaft ist (wird angewendet bei Entfernung der Gebärmutter z.B. bei Vorliegen eines Myoms) und die sog. Wertheim-Meigs-Operation (mit/ohne Lymphknotenentfernung), bei der vom Schambein angefangen über den ganzen Bauch bis zumeist über den Bauchnabel ein Schnitt gemacht wird. Dem entsprechend kann man sich nach dieser Operation kaum bewegen, ist völlig hilflos, muss tagelang liegen. Die Bauchdecke schließt sich erst nach Wochen endgültig, man sollte vorsichtig mit Heben, Sport usw. sein.

Ich hatte sehr viel Angst vor der Operation, hatte tagelang Albträume. Hier hat mir das Reden geholfen; ich konnte meine Ängste herausweinen, konnte Fragen stellen, die mir auch geduldig beantwortet worden sind und konnte malen – dies war für mich die beste Therapie überhaupt. Eine Kunsttherapeutin ist an der Universitätsfrauenklinik Halle im Rahmen einer Studie angestellt und betreut Krebskranke. Die Betreuung geht über den stationären Aufenthalt hinaus, man kann im Rahmen der Nachsorge weiterhin zu ihr kommen und versuchen, durch Malen Probleme zu bewältigen. Leider gibt es diese Möglichkeiten sehr selten, sind sie vorhanden, nutzen Sie diese unbedingt.

Man muss viele unangenehme Dinge über sich ergehen lassen, die einen sehr belasten, und man fühlt sich oft nur noch hilflos wie ein Kind. Versuchen Sie, an Ihrer Familie Halt zu finden, lenken Sie sich ab, so weit es geht. Vermeiden Sie die Unterhaltung über Krankheiten – es gibt oft Frauen auf der Station, auf der Sie liegen, denen es noch schlimmer als Ihnen geht und deren Schicksale für Ihre eigene Genesung aber nicht gut sind. Schauen Sie nach vorn und freuen Sie sich auf schöne gemeinsame Erlebnisse mit Ihrer Familie nach der schweren Zeit. Führen Sie z.B. ein Tagebuch, um alles besser zu verarbeiten. Lesen Sie leichte Geschichten, die fröhlich und nicht zu lang sind.

Geben Sie sich vor allem nicht auf – egal was kommt!!!


Ich möchte Ihnen die Kraft geben, gut informiert diesen schweren Weg zu beschreiten und Ihnen helfen, wieder ganz gesund zu werden. Ich habe es auch geschafft, und bei mir ist längst nicht alles glatt gegangen. Haben Sie Mut!

Grit: "Ich bin verletzlich"
Gemalt während meiner Kunsttherapie im Zeitraum nach der Operation



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