Eigene Erfahrungen (Zervixkarzinom)

Lymphdrainagen


Grit: "Ich habe mich in der Selbsthilfegruppe, die es hier in Halle gibt, erkundigt, was ich machen könne, um das Problem des Lymphstaus gar nicht erst aufkommen zu lassen. Auch hier war wieder Selbsthilfe angezeigt, denn kein Arzt gab mir verbindlich Auskunft, was jetzt angezeigt wäre nach solch einer großen Operation. Ich bekam nur die Empfehlung, dass 6 Wochen nach der Operation mit Behandlungen angefangen werden könne.

Aus den Schläuchen in meinem Bauch floß täglich so viel Lymphe in Beutel, dass ich es mit der Angst zu tun bekam und mir nicht vorstellen konnte, wo das alles nach Schließen der Wunde hinfließen soll. Der Körper lernt es mit der Zeit, dieses Wasser über die noch verbliebenen Lymphknoten mit zu verarbeiten und abzuleiten. Jedoch helfen gezielte Maßnahmen dabei, dem Körper die "Einbahnstraße", die die Lymphe gehen soll, zu zeigen.

Ich hatte auch das große Glück, über diese Selbsthilfegruppe die einzige Ärztin in Halle kennen zu lernen, deren Terminkalender aber auch dem entsprechend aussieht. Ich bekam einen Termin und konnte mir hier das erste mal professionell Rat und Hilfe einholen. Ich bekam Lymphdrainagen und Stützstrumpfhosen verschrieben und auch erst einmal erklärt, was ich vermeiden solle, um die Heilung nicht zu gefährden.

Leider gibt es sehr wenig Ärzte, die über das Lymphsystem kompetent Auskunft geben können, eigentlich sollte dieses Wissen zu jedem Operateur gehören, um die Patienten auf das Danach besser vorbereiten zu können. Vielleicht können wir ja über diese Internetseite sehr gute Fachleute finden, die vielen Betroffenen auch auf diesem Gebiet helfen können."

Worauf man nach der Entfernung von Lymphknoten besonders achten sollte:

Vorsicht vor

- Verletzungen (richtig ausbehandeln)
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- klassischer Knetmassage
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- Überbelastungen (z.B. sanften Sport treiben!)
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- Überwärmung (nicht in Sonne, Sauna)
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- Erfrierungen
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- Entzündungen
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- Ekzemen
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- Einengender Kleidung (z.B. enge Gürtel)
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- Operationen am Ödembecken/-bein usw.
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- Übergewicht
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Wichtig ist es, sich zu informieren. Besorgen Sie sich einen Termin bei einem Hautarzt oder schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe an, und wenn es nur für einige Zeit ist, um den Anfang für die Behandlung zu finden und nichts zu versäumen.

Grit: "Ich habe mir selbst einen kleinen "Pass" entwickelt, auf dem ich notiert habe, wann meine Operation war und dass man vorsichtig mit meinem Becken-Beinbereich umgehen soll, falls mir einmal etwas passiert und ich dies nicht selbst äußern kann. Dieser Zettel liegt in meinem Schwerbehindertenausweis nebst Nothilfepass und ist für die Rettungsdienste somit immer griffbereit."

Literatur:
F.J. Schingale
Lymphödeme, Lipödeme. Ein Ratgeber für Betroffene.
Ratgeber Gesundheit, 2. überarb. Auflage
Schlütersche GmbH & Co. KG Hannover, 2003


Abb. 1a+b: Primäre Lymphödeme der Beine:
lymph1.gif (24943 Byte) 
vor der Therapie
lymph2.gif (24536 Byte)
nach sechswöchiger stationärer Behandlung; links minus 8 Liter, rechts minus 3,5 Liter
Quelle: http://www.feldbergklinik.de/all_lymph_oedeme.php#int01



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