oben
 
Zervixkarzinom Vaginalkarzinom Vulvakarzinom Eierstockkrebs
Tubenkarzinom Sertoli-Leydig-Zell-Tumor Maligne Keimzelltumoren Dysgerminome
Endometriumkarzinom  


Diagnose Krebs - Strahlentherapie

Zervixkarzinom

In den Stadien Ib–IIb ist die Strahlentherapie eine etablierte, der Chirurgie gleichwertige Behandlungsmodalität. Dies ist aber in Studien noch nicht nachgewiesen und hängt oft von den Vorlieben des jeweiligen Behandlers ab.
Eine zusätzliche Beckenbestrahlung nach einer Operation wird oftmals durchgeführt, wenn eine insgesamt schlechte Prognose vorliegt. Aber auch hier liegen keine Studien vor, die die Wirksamkeit oder den definitiven Nutzen belegen.


 


Diagnose Krebs - Strahlentherapie
Vaginalkarzinom


Die Strahlentherapie ist bei dieser Krebsart of die Behandlungsoption der Wahl, bevor eine Operation durchgeführt wird.

Nach einer primären Strahlentherapie ist im Stadium I mit einer pelvinen Rezidivrate von 10-20%, im Stadium II von 35% zu rechnen. Bei der Strahlentherapie begrenzt ebenfalls die Lokalisation des Tumors die einzustrahlendende Zieldosis.

Zumeist wird eine externe Bestrahlung (Linearbeschleuniger) in Kombination mit einer Brachytherapie der Vagina bzw. mit einer interstitiellen Bestrahlung angewendet.


Ziele der primären Strahlentherapie:

- Regionale Tumorkontrolle durch Bestrahlung der angrenzenden Lymphknotenstationen;
- Einschmelzung des Primärtumors in der Vagina;
- Wiederherstellung der normalen Anatomie der Vagina

Kurzzeitnebenwirkungen in Form einer Vaginitis, einer Proktitis oder Zystitis mit Dysurie und Hautnebenwirkungen sind häufig. Schwerwiegende Komplikationen gibt es bei 1-5% der Frauen wie z.B. Darmfisteln, rektale Ulzerationen und Stenosen (Verschluss/ Verengung), Dünndarmobstruktionen oder Komplikationen am unteren Harntrakt, Blasenhalskontraktur und Uethrastriktur. Der Vaginalstenose kann durch die Anwendung vaginaler Dilatatoren oder Dexpanthenol-benetzter Tampons vorgebeugt werden.

Unter die Stadien bitte ergänzen:

Nachdem durch die primäre Radiochemotherapie sowohl beim Zervixca. als auch Vulvaca. eine Verbesserung der Therapieeffektivität nachgewiesen wurde, sollet auch beim Vaginalkarzinom eine solche Therapie erwogen werden. Dabei kann in Analogie zum Zervixca. die Applikation von Cisplatin wöchentlich oder auch zum Vulva-Ca. von 5FU mit Mitomycin-C angewendet werden (www.onkologie-heute-info, 5/2008)

 Für das fortgeschrittene Vaginalkarzinom und das Rezidiv nach Operation bietet die palliative Strahlentherapie die Möglichkeit der Verminderung tumorbedingter Beschwerden.



Stadium 0 :
- Brachytherapie
hier werden hervorragende Ergebnisse erzielt


Invasives Karzinom:
- Intrakavitäre Radiotherapie bei kleinvolumigen Primärtumor (<1cm)
- Brachytherapie bzw. interstitielle Bestrahlung der Vagina, zusätzlich externe Bestrahlung der Lymphknoten bei Primärtumor im unteren Drittel der Vagina


Stadium I:
- kombinierte, interstitielle und intrakavitäre Radiotherapie
- zusätzliche externe Strahlentherapie über Unterbauchfeld z.B. bei undiff. Karzinomen oder tiefer Infiltration zu empfehlen
- bei Tumorlokalisation im unteren Drittel der Vagina ist zusätzlich externe Bestrahlung der Lymphknoten angezeigt


Stadium III/ IV:
- kombinierte Strahlentherapie
- begonnen wird mit externer Bestrahlung, gefolgt nach erkennbarer Remission von intravaginaler Brachytherapie oder interstitieller Bestrahlung

Multimodale Therapiekonzepte sollten angedacht werden (z.B. nach Bestrahlung OP), ähnlich wie beim Zervixkarzinom, um in diesem fortgeschrittenen Stadium bessere Erfolge zu erzielen, da in der Literatur meist nur 15-25% Überlebensraten nach 5 Jahren berichtet werden.

nach oben


Diagnose Krebs - Strahlentherapie
Vulvakarzinom


Die Einstellung zur Strahlentherapie hat sich in den letzten Jahren bei dieser Erkrankung verändert. Es liegt beim Vulvakarzinom eine fehlende Toleranz des Gewebes gegenüber einer optimalen Strahlendosis vor, jedoch ist die Strahlensensibilität vorhanden.

Die Strahlentherapie wird empfohlen bei:

Stadium I und II adjuvant, lokal

bei Resektionsrändern <8mm, Tumordicke von >5 mm und Nachweis positiver Lymphknoten

primär bei Pat. mit einem unakzeptabel hohen Operationsrisiko oder bei Wunsch der Patientin
    -
Stadium III adjuvant, nach OP

bei Nachweis positiver Leistenlymphknoten Bestrahlung Becken/Leisten bds.

primär bei Pat. mit einem unakzeptabel hohen Operationsrisiko oder bei Wunsch der Patientin
    -
Stadium IV vor OP als Alternative zu sofortiger OP wegen zu großer Risiken, evtl. gefolgt von sekundärer chirurgischer Tumorresektion oder Chemotherapie


Präoperative Strahlentherapie wird empfohlen bei:

  • bei Pat. mit primär lokal fortgeschrittener Erkrankung, bei denen nur durch pelvine Exenteration eine R0-Resektion erreicht werden kann
   -
  • bei Pat. mit kleinen Tumorläsionen im Bereich der Klitoris und Wunsch nach organerhaltender Therapie. Hier wird nur eine Biopsie zur Sicherung der Tumorfreiheit nach Strahlentherapie vorgenommen.


Nachteil der Leistenbestrahlung: Zunahme von Beinödemen

nach oben


Diagnose Krebs - Strahlentherapie
Eierstockkrebs

Wegen der besseren Verträglichkeit bevorzugen die Strahlentherapeuten eine Ganzabdomenbestrahlung mit der Open-Field-Technik. Eine Ganzabdomenbestrahlung ist ab Stadium II der einfachen Beckenbestrahlung überlegen. Vergleiche einer Ganzabdomenbestrahlung mit einer wirksamen platinhaltigen Chemotherapie stehen aus.

Nebenwirkungen dieser Bestrahlung sind die radiogene Enteritis sowie die Knochenmarktoxizität.

Die Installation von Radionukliden in das Abdomen ist eine seit langem praktizierte Technik zur Behandlung des Ovarialkarzinoms (heute mit Phosphor und Yttrium). Vorteile sind eine einfache Applikationstechnik, Nachteile die fehlende gleichmäßige Verteilung der Radiokolloide. Der Chemotherapie wird bei der Behandlung jedoch der Vorzug gegeben.

Die Strahlentherapie wird auch als zweite Säule eingesetzt - so z.B. die Radiokolloidtherapie nach negativer Second look-Operation und erhöhtem Rezidivrisiko sowie bei minimal persistierendem Tumor (<0,5 cm) nach vorangegangener Chemotherapie.

Eine palliative Strahlentherapie wird bei Hirnmetastasen, arrodierenden Metastasen am Vaginalabschluß, Lymphknotenmetastasen oder zur Schmerzbekämpfung empfohlen – jedoch nicht bei einer Palliation des Aszites.

nach oben



Diagnose Krebs - Strahlentherapie

Tubenkarzinom



Die adjuvante Strahlentherapie wird kontrovers diskutiert. Konkrete Erfolge können nicht vorgewiesen werden.

Die palliative Strahlentherapie ist nur bei Fehlen anderer Möglichkeiten sinnvoll.



nach oben

 

Diagnose Krebs - Strahlentherapie
Sertoli-Leydig-Zell-Tumor

Es gibt keine zuverlässigen Daten aus prospektiven Studien und auch keine Evidenz für den Einsatz in der adjuvanten Situation. Bei metastasierter oder weit fortgeschrittener Erkrankung wird in Einzelfällen über den Einsatz einer Radiotherapie berichtet und auch Remissionen bei Granulosazelltumoren beschrieben.


nach oben

 

Diagnose Krebs - Strahlentherapie
Maligne Keimzelltumoren

Ziel der chirurgischen Therapie ist die Erhaltung der Fertilität.

  • Stadium I: einseitige Ovarektomie ist die Therapie der Wahl
  • ansonsten: sorgfältiges chirurgisches Staging.


nach oben

 

Diagnose Krebs - Strahlentherapie
Dysgerminome

Sie sind sowohl chemo- als auch strahlensensibel. Unter dem Gesichtspunkt der Fertilitätserhaltung ist der Strahlentherapie aber nicht der Vorrang zu geben. Beim chemorefraktären Rezidiv bzw bei der relativ seltenen primären Tumorpersistenz nach Chemotherapie findet die Strahlentherapie ihre spezifische Indikation; dies gilt besonders bei retroperitonealer Aussaat in den klinischen Situationen.


nach oben

 

 


Diagnose Krebs - Strahlentherapie

Endometriumkarzinom

Eine primäre Strahlentherapie wird bei dem Karzinom angeboten, wenn eine ausgeprägte Multimorbidität das operative Risiko zu hoch erscheinen lässt.
Bei Pat. mit hohem Rezidivrisiko werden Radio-Chemotherapie-Regimen eingesetzt, die aber nicht überzeugend in ihrer Wirkung sind.
Die postoperative Strahlentherapie dient zur Reduzierung zentraler Rezidive am Scheidenabschluss und im Bereich der pelvinen Lymphknoten sowie zur Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit.
Die primäre Strahlentherapie ist nur bei inoperablen Pat. indiziert. Die Heilungsraten durch Operation sind günstiger als die durch primäre Bestrahlung.
An einzelnen Zentren werden intraoperativ Afterlodingkanäle eingelegt.
Beim Endometriumkarzinom sind zwei Bestrahlungstechniken üblich, die häufig kombiniert angewendet werden. Bei der sog. Kurzdistanzbestrahlung (Brachytherapie) wird eine Strahlenquelle mehrmals für kurze Zeit in das Scheidengewölbe eingeführt und gibt energiereiche Strahlung "vor Ort" ab. Damit möchte man einem Rückfall im Scheidenbereich vorbeugen. Im Gegensatz dazu wird bei der Bestrahlung von außen (externe oder perkutane Bestrahlung) der ganze Beckenraum bestrahlt, wodurch ein Rückfall in dieser Region verhindert werden soll.


nach oben
zurück