Gebärmutterhalskrebs Vaginalkarzinom Vulvakarzinom Eierstockkrebs


 

Diagnose Krebs

Anmerkung: Es gibt viele Therapiemöglichkeiten, die immer Stadien- und Patienten-abhängig sind – diese Seiten sollen kein Rezept sein, sondern das Standardvorgehen aufzeigen.

Operation - Gebärmutterhalskrebs

Die Gebärmutter wird, falls das Stadium (bis Ib) dies vorsieht, bei einer vorliegenden Krebserkrankung oft in einer sog. "Wertheim-Operation" entfernt. Hier wird darauf geachtet, neben der Gebärmutter auch alle Lymphknoten in der Leisten-/ Beckenregion zu entfernen; die Anzahl der Lymphknoten ist bei jeder Frau anders. Nach diesen Wertheim-Meigs-Operationen werden intraoperative Blasenverletzungen und Ureterverletzungen, wenn auch in einer sehr geringen Fallzahl, beobachtet. Nach Lymphknotenentfernung sind Lymphozelen (Lymphzysten, mit Flüssigkeit gefüllte Blasen) häufig. Bei den meisten Patientinnen tritt danach eine Blasenfunktionsstörung auf, seltener Beeinträchtigungen der Rektumfunktion (Darmfunktion).

In den meisten Fällen wird die Wunde geklammert, die Klammern nach ca. 10 Tagen entfernt (jede 2. nach 12 Tagen).

Nach ca. 4-8 Wochen postoperativ bessert sich der Zustand der Patientin.

Es ist auch eine Gebärmutterentfernung über die Scheide möglich (sog. Hysterektomie) oder mit einem Bauchschnitt wie bei einem Kaiserschnitt. Dies alles kommt auf das Stadium des Krebses an und sollte vom Arzt abgeschätzt werden. Es gibt bei jeder Operation Vor –und Nachteile, die zu bedenken sind. Durch das Absaugen der Gebärmutter können Schäden an der Blase auftreten – es ist unbedingt mit dem Arzt vorher über Risiken zu sprechen, lassen Sie sich aufklären!

Grundsätzlich gilt: Eine Operation sollte nur dann geplant und durchgeführt werden, wenn das Tumorgewebe mit großer Wahrscheinlichkeit vollständig entfernt werden kann. Ist dies nicht der Fall oder sollte dies während der Operation festgestellt werden, sollte die Operation sogar abgebrochen und zur Strahlentherapie übergegangen werden.

 

Die operative Behandlung umfasst:

  • die Konisation bzw. die einfache Hysterektomie

  • die radikale Trachelektomie bei Frühkarzinomen

  • die therapeutische Lymphadenektomie durch Laparotomie bzw. vorzugsweise Laporoskopie der pelvinen und/oder paraaortalen Lymphknoten

  • das operative Staging per Laparoskopie/ Laparotomie mit Beurteilung der parametranen und vesikouterinen Ausbreitung sowie der pelvinen und/oder paraaortalen Lymphknoten

  • das operative Staging per Laparoskopie/ Laparotomie mit Beurteilung der parametranen und vesikouterinen Ausbreitung sowie der pelvinen und/oder paraaortalen Lymphknoten

  • die abdominale Radikaloperation in der Klassifikation nach Rutledge-Piver

  • die vaginale Radikaloperation (nach Schauta-Amreich)

  • die primäre bzw. sekundäre Exenteration mit kompletter Rekonstruktion 

  • Operative Neuerungen:

Diese bewirken eine weitere Senkung der operativen Nebenwirkungen wie z.B. die Entwicklung nervsparender Operationstechniken oder Erarbeitung kombinierter laparoskopisch-vaginaler Operationsverfahren.

 

 


Operation – Vaginalkarzinom


In der Regel erfordert die Behandlung des Vaginalkarzinoms ein invasives chirurgisches Vorgehen. Das ist aber bei einem Teil der Patientinnen häufig nicht zumutbar.

Im Stadium 0 ist eine Resektion fast immer problemlos möglich, ansonsten ist eine chirurgische Therapie ohne Exenteration in der Regel nur bei Patientinnen in den frühen Stadien möglich. Hierbei wird weit im Gesunden operiert sowie das Gewebe histologisch aufgearbeitet. Bei multifokalen Läsionen ist eine partielle oder totale Kolpektomie indiziert. Die Behandlungsergebnisse zwischen Operation oder Strahlentherapie sind in den frühen Stadien (I und II) im Ergebnis gleich gut.

Bei Rezidiven ist die chirurgische Therapie nach Strahlentherapie ein eventueller palliativer Ansatz.

Eine Lasertherapie, eine intrakavitäre Brachytherapie der Vagina oder die topische Anwendung von 5FU (5-Fluorouracil, 5%ig) sind mögliche Behandlungsalternativen!

Stadium I: Hier ist bei Lokalisation des Primärtumors im oberen Drittel des Scheidengewölbes eine abdominale Hysterektomie plus partielle Resektion der Vagina sowie eine pelvine Lymphonodektomie angezeigt. Damit können gute Heilungsergebnisse erzielt werden. Man sollte sich unbedingt an ein gynäkologisch-onkologisches Zentrum für diese Operation wenden!

Beim hellzelligen Adenokarzinom ist eine Operation ebenso angezeigt. Bei der Lokalisation im oberen Vaginadrittel ist eine Rekonstruktion der Vagina fast immer möglich und sollte angestrebt werden; bei der Tumorlokalisation im unteren Drittel der Vagina ist zusätzlich eine inguinale Lymphnodektomie zu empfehlen. Über eine Strahlentherapie nach Operation muß je nach positiven Absetzungs-/Resektionsrändern entschieden werden.

Stadium II: radikale Kolpektomie oder pelvine Exenteration mit/ohne Raditherapie (ebenso bei Plattenepithelkarzinom wie Adenokarzinom)

Stadium III-IVa: nur selten besteht Indikation für chirurgischen Eingriff; Kombination mit Strahlentherapie erwägen; vorher unbedingt Staginglaparotomie zur Verlagerung der Ovarien aus dem Strahlenfeld, histologisches Staging der Lymphknoten!

Stadium IVb: nur in Ausnahmefällen chirurgische Maßnahmen

Literatur:
Rome RM, England PG
Management of vaginal intraepithelial neoplasia: a series of 132 cases with long-term follow up.
Int J Gynecol Cancer 10: 382-390 (2000)
 

 



Operation - Vulvakarzinom

Die operative Behandlung des Vulvakarzinoms umfasst einen lokalen und einen regionären Teil. Das Spektrum der lokalen Behandlung reicht dabei von der lokalen Exzision über die Vulvektomie bis hin unter Umständen zu exenterativen Eingriffen.

Die regionäre Behandlung, d.h., die Behandlung der inguinalen Lymphknoten, weist ebenfalls ein Spektrum auf, das die beidseitige oder einseitige komplette Lymphonodektomie umfasst, in besonderen Fällen aber den Verzicht auf jede Lymphknotenentfernung oder schon demnächst die Anwendung der Sentinel-node-Methode.

Literaturempfehlung ergänzen:

Onkologie heute, 9/ 2008, Operative Behandlung des Vulvakarzinoms, Prof. Kürzl, München


Frühveränderungen (VIN I-III)

Lokale Resektion nach Ausschluß einer Invasion.

Sind die Läsionen weit ausgedehnt oder/und multifokal ist die Skinning-Vulvektomie eine verbreitete und akzeptierte Technik, bei der im Gegensatz zur radikalen Vulvektomie das darunter liegende Fettgewebe und die Muskulatur nicht reduziert werden.

Invasives Vulvakarzinom

Hier gibt es keine Standardempfehlung, ein individuelles Konzept wird empfohlen.

Mikroinvasiv (1 mm)


-  weiträumige Resektion im Gesunden
-  auf inguinale Lymphonodektomie wird verzichtet

Stadium I und II


radikale Vulvektomie mit bilateraler femoraler und inguinaler Lymphonodektomie

Stadium III

-  radikale Vulvektomie mit bilateraler inguinaler und femoraler Lymphonodektomie
-  Mitresektion weiterer befallener Areale wie z.B. Anus, Vagina etc.
-  Evtl. myokutane Lappenplastiken
-  Strahlentherapie (siehe Extrakapitel)

Stadium IV


vordere, hintere oder totale Exenteration – je nach Ausbreitungsgrad
Ergibt die histologische Abklärung einer Vulvaläsion den Befund Basalzellkarzinom (Basaliom) oder veruköses Karzinom, so ist auch bei diesem seltenen Befund die lokale Exzision ausreichend und insbesondere kann auf die inguinale Lymphonodektomie verzichtet werden.


Nutzen – Aufwand prüfen!!!
mögliche Therapiealternative: Strahlentherapie gefolgt von sekundärer chirurgischer Tumorresektion sowie Chemotherapie (Extrakapitel)

 
 


Operation - Eierstockkrebs

Alle Stadien eines Ovarialkarzinoms erfordern eine operative Therapie – dies ist die erste und wichtigste Säule. Nur so kann genau die Tumorlokalisation und –ausdehnung ermittelt und die Tumorreduktion oder –entfernung vorgenommen werden. Der Eingriff besteht aus Entfernung beider Adnexe (Eileiter), der Gebärmutterentfernung, der Entfernung der Lymphknoten (pelvin und paraaortal), des Blinddarms sowie des großen Netzes auch in den Frühstadien. Die Operation kann mittels Laparoskop oder mit Längsschnitt erfolgen. 

Die Belassung der Gebärmutter oder auch der Adnexe muß mit der Frau vorher besprochen werden, weil das Risiko von Tumorzellnestern sehr groß ist und der Frau das Risiko bewusst sein muß. Viele Frauen haben sicherlich den Wunsch auf Belassung dieser Organe aufgrund von Kinderwunsch. Dies kann der Arzt auch nur im Stadium FIGO1a verantworten.

Ab Stadium III und IV mit Tumoraussaat im gesamten Bauchraum machen sich häufig ausgedehnte tumorchirurgische Eingriffe erforderlich. Eine Patientin mit solch einem Stadium sollte in einem Behandlungszentrum operiert werden, in dem alle Möglichkeiten der umfassenden Versorgung bestehen. Es ist bei einer Umfrage der Organkommission Ovar der AG Gynäkologische Gynäkologie nachgewiesen worden, dass in Krankenhäusern der Regelversorgung bei einem Vierteil der Patientinnen in den Stadien II und III oft nicht die Adnexe, das Netz und die Gebärmutter entfernt worden waren, so dass die Patientinnen nachweislich schlechtere 5-Jahres-Überlebensraten haben als in anderen europäischen Ländern.

Die „Second look-Operation“ dient der Überprüfung der Ergebnisse der primären Chemotherapie. Dies wird in der Regel nur Patientinnen angeboten, bei denen nach Primäroperation und nachfolgender Chemotherapie mit klinischen und bildgebenden Verfahren kein Tumor nachweisbar ist und ein Normalwert für CA125 vorliegt. Der optimale Zeitpunkt liegt nach Abschluß der primären Chemotherapie ca. 4-6 Monate nach Diagnosestellung. Dies sollte nur von erfahrenen Spezialisten in Zentren durchgeführt werden sowie möglichst im Rahmen von Studien.


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