Diagnose Krebs
Vulvakarzinom
(Schamlippenkrebs)
Obwohl es keine Screeninguntersuchungen zur Früherkennung des Vulvakarzinoms
gibt, beinhaltet die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung selbstverständlich
die Inspektion der Vulva (wenn nicht – weisen Sie ihren Arzt darauf hin und
--- oft tasten die Patienten zuerst die Auffälligkeiten – reden Sie darüber
mit Ihrem Arzt!). Die meisten Frauen klagen über Juckreiz, Brennen,
Wundgefühl. Oft zeigen sich bei den Frauen Hautveränderungen wie Lichen
sclerosus – es ist aber nicht nachgewiesen, dass dieser eine Vorstufe von
Vulvakarzinom ist. Der Lichen sclerosus wird mit Kortisontherapie behandelt.
Auffällige Areale der Vulvahaut bedürfen der histologischen Abklärung durch
Stanzbiopsie. Auch eine Essigsäurepinselung kann helfen, diese Stellen
besser zu erkennen – man kann jedoch nicht zwischen maligne und benigne
unterscheiden (www.onkologie-heute-info).Sollte der Befund aus der Stanzbiopsie und der
Kolposkopie erhärten,
dass
Krebs vorliegen könnte, sind noch folgende abklärende
Untersuchungen durchzuführen:
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Daneben
kann noch Röntgen des Thorax, Ultraschall der Nieren, die endoskopische Diagnostik mit
Zystoskopie und Rektoskopie sowie Becken-CT oder Lymphographie bei tastbaren inguinalen
Lymphknoten angezeigt sein.
Was beim Zervix der PAP-Abstrich ist, ist beim Vulvakarzinom die Einteilung in
VIN-Klassifikationen. Dies gibt den Ausbreitungsgrad der evtl. vorliegenden
Zellveränderungen an.
Klassifikation intraepithelialer Neoplasien
Nichtinvasive epitheliale Neoplasie
VIN
I |
mild |
VIN
II |
mittelschwer |
VIN
III |
schwer,
Carcinoma in situ |
Nichtinvasive epitheliale Neoplasie
Paget-Erkrankung (Adenokarzinom in situ)
Noninvasive Tumoren von Melanozyten (Melanoma in situ)
Die Latenzzeit, in der sich aus einem unbehandelten oder inadäquat behandelten VIN ein
invasives Karzinom entwickelt, wird mit 2-8 Jahren angegeben.
Eine primäre Fernmetastasierung ist bei diesem Tumor selten, kann jedoch in Lunge, Leber
und Knochen vorkommen. Bevorzugt erfolgt die Tumorausbreitung regional in die inguinalen
Lymphknoten.
Mehr als 70% aller Vulvakarzinome sind Plattenepithelkarzinome. Zumeist findet man diesen
Tumortyp bei älteren Patientinnen (> 65 Jahre) ohne HPV-Infektion.
(Bild)
Weitere histologische Subtypen neben dem Plattenepithelkarzinom sind:
| - |
das verruköse Karzinom (ca. 70%, häufig assoziiert mit HPV,
gute Prognose) |
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| - |
das Basalzellkarzinom (ca. 25%) |
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| - |
das Übergangszellkarzinom (Ca. der Bartholin-Drüse) |
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| - |
verschiedene Formen von Adenokarzinomen |
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| - |
das maligne Melanom der Vulva (sehr schlechte Prognose) |
Stadieneinteilung des Vulvakarzinoms
nach FIGO-Klassifikation 1988 bzw. UICC:
| FIGO |
UICC |
Tumorausdehnung |
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- |
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|
TX |
Primärtumor kann nicht identifiziert werden |
| - |
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T0 |
kein Anhalt für Primärtumor |
| - |
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| 0 |
Tis |
Carcinoma in situ |
| - |
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| I |
T1 |
Tumor begrenzt auf Vulva und/oder Perineum,
keineLymphknotenmetastasen, Tumordurchmesser 2cm |
| - |
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| Ia |
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Tumordurchmesser £ 2 cm, begrenzt auf Vulva und/oder
Perineum und Stromainvasion von <1 mm (oberfl. Invasiv) |
| - |
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| Ib |
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Tumordurchmesser £ 2 cm, begrenzt auf Vulva und/oder
Perineum und Stromainvasion tiefer als 1 mm |
| - |
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| II |
T2 |
Tumor begrenzt auf Vulva und/oder Perineum,
keineLymphknotenmetastasen, Tumordurchmesser >2 cm |
| - |
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| III |
T3 |
Tumor jeder Größe mit Ausdehnung auf die Urethra, Vagina,
Anus und/oder |
| - |
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T1-3/N1 |
unilateraler Befall der Lymphknoten |
| - |
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| IVa |
T4/N1-2 |
Befall der oberen Urethra und/oder
Blasen-/Rektum-Serosa und/oder des knöchernen Beckens |
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T1-3/N2 |
und/oder beidseitiger Befall der regionären
Lymphknoten |
| - |
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| IVb |
T1-4/N0-2/M1 |
Fernmetastasen einschließlich der pelvinen Lymphknoten |
Diese Tabelle sollte Ihnen helfen, die Festlegung des Stadiums Ihrer Erkrankung
besser zu verstehen.
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Diagnose Krebs
Eierstockkrebs/Ovarialkarzinom
Der Eierstockkrebs zeigt
meist einen sehr schleichenden Verlauf mit zu Anfang sehr uncharakteristischen
Beschwerden, die auch anderen Krankheiten zuzuordnen sind, wie z.B. Atemnot,
Leistungsknick, Darmträgheit, Schmerzen etc.. Trotz Einsatz von Ultraschall,
Tumormarkeranalyse und systematischer gynäkologischer Untersuchung konnte die Diagnose
oft erst sehr spät gestellt werden. Erst Tumormassen oder die Bildung von Bauchwasser
(sog. Aszites), die auf die Nachbarorgane drücken, zeigen dann eindeutig auffällige
Befunde.
Der Eierstockkrebs wächst auf den oberflächlichen Zellen des Eierstocks und kann in den
fortgeschrittenen Tumorstadien das Bauchfell und andere Nachbarorgane befallen. Meist
erfolgt der Nachbarorganbefall nur oberflächlich, es dauert oft lange, ehe der Krebs in
die Organe einbricht.
Es wird die Abnahme des Tumormarkers CA-125 empfohlen, da verschiedene Eiweiße bei
Eierstockkrebs krankhaft erhöht sind und mit diesem Marker bestimmt werden können.
Jedoch ist dieser Marker nicht unbedingt verlässlich, weil z.B. bei prämenopausalen
Patientinnen eine Erhöhung des Serum-Markers CA-125
unspezifisch ist, da der Marker hier auch bei einer Endometriose,
Entzündungen der Eileiter oder Eierstöcke oder gutartigen Geschwülsten anzeigt und
nicht unbedingt davon ausgegangen werden kann, dass mit Bestimmung des Markers auch ein
Eierstockkrebs vorliegt. Ob ein hochspezifisches Serum-Protein-Muster
die Frauen herausfinden kann, die an einem Ovarialkarzinom
erkranken werden, ist bisher nicht bekannt.
Grading:
Grad 1: überwiegend papilläre und/ oder glanduläre
Tumorstrukturen
Grad 2: papilläre und/ oder glanduläre Tumorstrukturen und
solide Tumoranteile
Grad 3: überwiegend solide Tumoranteile
Es gibt 3 Ausbreitungsformen des epithelialen Ovariakarzinoms:
| - |
Die direkte intraabdominelle Tumorausbreitung mit peritonealem Befall benachbarter pelviner und/oder anderer abdominaler
Strukturen:
häufigste und wahrscheinlich zeitlich frühste Form
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| - |
Die lymphogene Ausbreitung
via pelvine und iliakale
Lymphknoten sowie entlang den ovariellen Blutgefäßen, den Ligg. infundibulo-pelvica zu den paraaortalen und renalen Lymphknoten:
wird bereits in Frühstadien beobachtet, ist aber in fortgeschrittenen Stadien besonders
häufig
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| - |
äußerst selten im Frühstadium, häufige
Manifestation einer extraabdominalen Tumorausbreitung sind Pleuraergüsse rechtsseitig; Risikofaktoren für Fernmetastasierung: Aszites, peritoneale
Karzinose, große intraabdominale
Tumormassen, manifeste retroperitoneale Lymphknotenmetastasierung
|
Knochenmetastasen
kommen bei einem primären Ovarialkarzinom praktisch nicht
vor.
Bei fortgeschrittener Erkrankung sind die Hauptmanifestationen des Tumors das parietale Peritoneum, die Dünn- und Dickdarmserosa sowie die retroperitonealen
Lymphknoten des Beckens und entlang den großen Gefäßen. Fernmetastasen in Leber, Lunge,
Milz, Niere und ZNS sind selten und häufig erst in der Finalphase der Erkrankung zu
beobachten.
Stadieneinteilung der malignen Ovarialtumoren nach UICC/ FIGO
(1989)
| TNM-Stadien |
FIGO-Stadien |
Tumorausbreitung
|
| Tx |
- |
Primärtumor nicht beurteilbar
|
| T0 |
- |
kein Anhalt für Primärtumor
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| T1 |
I |
begrenzt auf Ovarien
|
| T1a |
Ia |
Auf ein Ovar begrenzt,
Kapsel intakt, kein Tumor auf Ovaroberfläche
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| T1b |
Ib |
Beide Ovarien befallen, Kapsel intakt, kein Tumor auf Ovaroberfläche
|
| T1c |
Ic |
Wie Ia oder Ib, zusätzlich: Kapseldurchbruch oder maligne Zellen in Aszites/ Peritonealspülung (Zytologie)
|
| T2 |
II |
Befall eines oder beider Ovarien, Tumorausbreitung
im Becken
|
| T2a |
IIa |
Ausbreitung auf Uterus und/ oder Tube(n)
|
| T2b |
IIb |
Ausbreitung auf anderes Beckengewebe
|
| T2c |
IIc |
Wie IIa oder b und
maligne Zellen im Aszites oder in der Peritonealspülung
|
| T3 |
III |
Befall eines oder beider Ovarien, Peritonealmetastasen
außerhalb des Beckens und/oder Metastasen an der Leberkapsel
|
| T3a |
IIIa |
Mikroskopische Peritonealmetastasen
außerhalb des Beckens
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| T3b |
IIIb |
Makroskopische (<2cm) Peritonealmets.
außerhalb des Beckens
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| T3c |
IIIc |
Peritonealmetastasen
außerhalb des Beckens >2cm und/oder befallene retroperitoneale
oder inguinale Lymphknoten (oder beides)
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| M1 |
IV |
Fernmetastasen: z.B. Leberparenchymmetastasen, Pleua
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Fragen Sie Ihren Arzt nach laufenden Studien; z.B. gibt es für Patientinnen
mit epithelialem Ovarialkarzinom und kompletter Remission nach erfolgter
Primärchemotherapie eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte,
multizentrische Studie mit Abagovomab als Erhaltungstherapie, an der auch
Sie mit teilnehmen könnten, wenn Sie in die Studienkriterien passen –
Erkundigen Sie sich!
Literatur:
Schmalfeldt B et.al.
Aktuelle Primärtherapie des Ovarialkarzinoms
Journal Onkologie, ISSN: 1618 7687
Sonderheft Sept. 2004, pp: 28-30
Gordon et.al.
Long-term survival advantage for women treated with pegylated liposomal doxorubicin compared with topotecan
in a phase 3 randomized study of recurrent and refractory epithelial ovarian cancer.
Gyn Oncol 95: 1-8 (2004)
Strauß HG
Diagnose und Therapie des Ovarialkarzinoms
Leben, pp: 14-16, 04/ 2004
Sehouli J, Lichtenegger W (Hrsg.)
Eierstockkrebs:100 Fragen 100 Antworten.
Adademos Wissenschaftsverlag
ISBN: 3-934410-55-3
Meerpohl HG, du Bois A.
Maligne Ovarialtumoren Übersicht
in : Schmoll HJ, Höffken K, Possinger
K (Hrsg.)
Kompendium Internistische Onkologie, 3. Auflage, pp: 1353-1354
(1999)
Meerpohl HG
Kap. 41.53-41.62
in : Schmoll HJ, Höffken K, Possinger
K (Hrsg.)
Kompendium Internistische Onkologie, 3. Auflage, pp: 1354-1507
(1999)
Links:
www.ago-ovar.de
www.eierstock-krebs.de
www.vitaloptions.org
www.inkanet.de
www.noggo.de
www.ovarian-news.org
www.mamazone.de
www.krebshilfe.de
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