Gebärmutterhalskrebs Scheidenkrebs Schamlippenkrebs Eierstockkrebs



Diagnose Krebs

Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)

Es gehören viele Untersuchungen dazu neben der Konisation oder einer einfachen Biopsie, um zu manifestieren, dass eine Krebserkrankung vorliegt. So muß z.B. die Labordiagnostik das Blutbild, den Elektrolyt- und Gerinnungsstatus, die Nieren- und Leberfunktionsparameter sowie die Tumormarker SCC, der ein Plattenepithelkarzinom anzeigt bzw. CEA und CA125 bei V.a. Adenokarzinom beinhalten. Röntgen des Oberkörpers ist obligat. Dazu können je nach Tumorstadium noch Zysto-/ Rektoskopieuntersuchungen erforderlich sein oder Kolonkontrasteinlauf. CT- oder MRT-Bilder sollten angefertigt werden, um die Lymphknoten besser beurteilen zu können, einer Lymphographie wird aber oft noch der Vorzug gegeben.

 

Stadien

Therapie

CIN III

oberflächlich, ablativer Eingriff, organerhaltend

Nachgewiesenes Mikrokarzinom, Stad. Ia

in Abhängigkeit vom histologischen Befund von Konisation bis zu Hysterektomie mit pelviner Lymphonodektomie

Stad. Ib-IIb

radikale chirurgische Therapie (OP nach Wertheim-Meigs) als auch Strahlentherapie

Stad. IIb-IVa

primäre Strahlentherapie (simultane Radio-/Chemotherapie)

Wenn geringe Zellveränderungen vorliegen (siehe PAP-Test)

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In den Stadien CIN I-II ist eine Spontanrückbildung möglich. Die Kontrolle sollte in 3 Monaten erfolgen. Jedoch sollte dann eine Biopsie angefertigt werden zum Ausschluß einer Invasion. Bei endozervikalem Sitz sollte eine Konisation vorgenommen werden.

Im Stadium CIII mit eindeutig ektozervikal gelegenem Prozeß sollte eine Biopsie vorgenommen werden, zusätzlich Zervixabrasio. Bei negativem Befund in Zervixabrasio ist eine CO2-Laservaporisation möglich. In Zweifelsfällen und bei endozervikalem Sitz ist aber wiederum eine Konisation angezeigt.

Stadienabhängige Therapie nach CIN-Stadium:
(Best Practice Onkologie: 2(1), 2007

stadienabhängige Therapie

Literatur:
H.G. Meerpohl
Zervixkarzinom
In: Schmoll/Höffken/Possinger (Hrsg.) Kompendium Internistische Onkologie Springer Verlag Heidelberg, 3. Auflage 1999, pp: 1575-1620

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Diagnose Krebs


Vaginalkarzinom (Scheidenkrebs)

Invasive Karzinome werden am häufigsten im oberen Vaginaldrittel und dort an der Hinterwand beobachtet. Ist noch ein weiteres Karzinom gesichert (z.B. Zervix), geht man für das Scheidenkrebs als Zweittumor aus.

Wegen der Schmerzhaftigkeit ist für die Untersuchung mit Biopsie eine Narkose angebracht.

Fernmetastasen sind häufig in Lunge, Leber und Knochen zu finden.

Von den Lymphknotenstationen sind neben den pelvinen am häufigsten die inguinalen Lymphknoten befallen.

Wegen des seltenen Auftretens hat sich für dieses Karzinom bis heute keine Standardtherapie herausgebildet. Die Lokalisation zwischen Blase und Darm limitiert grundsätzlich die chirurgischen und strahlentherapeutischen Optionen.

Dazu Näheres im Einzelnen unter Operation/Strahlen-Chemotherapie. Für die Therapieplanung sind das Alter der Patientin, eine bereits erfolgte Hysterektomie oder Vorbestrahlung, das Tumorstadium, die Lokalisation des Tumors wichtige Kriterien

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Diagnose Krebs


Vulvakarzinom (Schamlippenkrebs)

Obwohl es keine Screeninguntersuchungen zur Früherkennung des Vulvakarzinoms gibt, beinhaltet die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung selbstverständlich die Inspektion der Vulva (wenn nicht – weisen Sie ihren Arzt darauf hin und --- oft tasten die Patienten zuerst die Auffälligkeiten – reden Sie darüber mit Ihrem Arzt!). Die meisten Frauen klagen über Juckreiz, Brennen, Wundgefühl. Oft zeigen sich bei den Frauen Hautveränderungen wie Lichen sclerosus – es ist aber nicht nachgewiesen, dass dieser eine Vorstufe von Vulvakarzinom ist. Der Lichen sclerosus wird mit Kortisontherapie behandelt. Auffällige Areale der Vulvahaut bedürfen der histologischen Abklärung durch Stanzbiopsie. Auch eine Essigsäurepinselung kann helfen, diese Stellen besser zu erkennen – man kann jedoch nicht zwischen maligne und benigne unterscheiden (www.onkologie-heute-info).Sollte der Befund aus der Stanzbiopsie und der Kolposkopie erhärten, dass Krebs vorliegen könnte, sind noch folgende abklärende Untersuchungen durchzuführen:

 

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Laborstatus mit weißem und rotem Blutbild, Urinstatus, Leber – und Nierenfunktionsparameter

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Weitergehende internistische Diagnostik vor allem bei älteren Patientinnen

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Tumormarkerbestimmung

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Kolposkopie (3% Essigsäure oder 1% Toluidinblau)

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Zervixzytologie

   

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Ausbreitungsstatus bestimmen (Vagina-, Perineum- und/oder Anus-, Urethramündung-Übergriff oder vordere Vaginalwand?)



Daneben kann noch Röntgen des Thorax, Ultraschall der Nieren, die endoskopische Diagnostik mit Zystoskopie und Rektoskopie sowie Becken-CT oder Lymphographie bei tastbaren inguinalen Lymphknoten angezeigt sein.

Was beim Zervix der PAP-Abstrich ist, ist beim Vulvakarzinom die Einteilung in VIN-Klassifikationen. Dies gibt den Ausbreitungsgrad der evtl. vorliegenden Zellveränderungen an.



Klassifikation intraepithelialer Neoplasien


Nichtinvasive epitheliale Neoplasie

VIN I

mild

VIN II

mittelschwer

VIN III

schwer, Carcinoma in situ

Nichtinvasive epitheliale Neoplasie

Paget-Erkrankung (Adenokarzinom in situ)

Noninvasive Tumoren von Melanozyten (Melanoma in situ)

Die Latenzzeit, in der sich aus einem unbehandelten oder inadäquat behandelten VIN ein invasives Karzinom entwickelt, wird mit 2-8 Jahren angegeben.

Eine primäre Fernmetastasierung ist bei diesem Tumor selten, kann jedoch in Lunge, Leber und Knochen vorkommen. Bevorzugt erfolgt die Tumorausbreitung regional in die inguinalen Lymphknoten.

Mehr als 70% aller Vulvakarzinome sind Plattenepithelkarzinome. Zumeist findet man diesen Tumortyp bei älteren Patientinnen (> 65 Jahre) ohne HPV-Infektion.


(Bild)

Weitere histologische Subtypen neben dem Plattenepithelkarzinom sind:

- das verruköse Karzinom (ca. 70%, häufig assoziiert mit HPV, gute Prognose)

- das Basalzellkarzinom (ca. 25%)

- das Übergangszellkarzinom (Ca. der Bartholin-Drüse)

- verschiedene Formen von Adenokarzinomen

- das maligne Melanom der Vulva (sehr schlechte Prognose)


Stadieneinteilung des Vulvakarzinoms nach FIGO-Klassifikation 1988 bzw. UICC:

FIGO UICC Tumorausdehnung
   -
TX Primärtumor kann nicht identifiziert werden
-
T0 kein Anhalt für Primärtumor
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0 Tis Carcinoma in situ
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I T1 Tumor begrenzt auf Vulva und/oder Perineum, keineLymphknotenmetastasen, Tumordurchmesser 2cm
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Ia Tumordurchmesser £ 2 cm, begrenzt auf Vulva und/oder Perineum und Stromainvasion von <1 mm (oberfl. Invasiv)
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Ib Tumordurchmesser £ 2 cm, begrenzt auf Vulva und/oder Perineum und Stromainvasion tiefer als 1 mm
-
II T2 Tumor begrenzt auf Vulva und/oder Perineum, keineLymphknotenmetastasen, Tumordurchmesser >2 cm
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III T3 Tumor jeder Größe mit Ausdehnung auf die Urethra, Vagina, Anus und/oder
-
T1-3/N1 unilateraler Befall der Lymphknoten
-
IVa T4/N1-2

Befall der oberen Urethra und/oder Blasen-/Rektum-Serosa und/oder des knöchernen Beckens

T1-3/N2

und/oder beidseitiger Befall der regionären Lymphknoten

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IVb T1-4/N0-2/M1 Fernmetastasen einschließlich der pelvinen Lymphknoten


Diese Tabelle sollte Ihnen helfen, die Festlegung des Stadiums Ihrer Erkrankung besser zu verstehen.

 

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Diagnose Krebs


Eierstockkrebs/Ovarialkarzinom

Der Eierstockkrebs zeigt meist einen sehr schleichenden Verlauf mit zu Anfang sehr uncharakteristischen Beschwerden, die auch anderen Krankheiten zuzuordnen sind, wie z.B. Atemnot, Leistungsknick, Darmträgheit, Schmerzen etc.. Trotz Einsatz von Ultraschall, Tumormarkeranalyse und systematischer gynäkologischer Untersuchung konnte die Diagnose oft erst sehr spät gestellt werden. Erst Tumormassen oder die Bildung von Bauchwasser (sog. Aszites), die auf die Nachbarorgane drücken, zeigen dann eindeutig auffällige Befunde.

Der Eierstockkrebs wächst auf den oberflächlichen Zellen des Eierstocks und kann in den fortgeschrittenen Tumorstadien das Bauchfell und andere Nachbarorgane befallen. Meist erfolgt der Nachbarorganbefall nur oberflächlich, es dauert oft lange, ehe der Krebs in die Organe einbricht.

Es wird die Abnahme des Tumormarkers CA-125 empfohlen, da verschiedene Eiweiße bei Eierstockkrebs krankhaft erhöht sind und mit diesem Marker bestimmt werden können. Jedoch ist dieser Marker nicht unbedingt verlässlich, weil z.B. bei prämenopausalen Patientinnen eine Erhöhung des Serum-Markers CA-125 unspezifisch ist, da der Marker hier auch bei einer Endometriose, Entzündungen der Eileiter oder Eierstöcke oder gutartigen Geschwülsten anzeigt und nicht unbedingt davon ausgegangen werden kann, dass mit Bestimmung des Markers auch ein Eierstockkrebs vorliegt. Ob ein hochspezifisches Serum-Protein-Muster die Frauen herausfinden kann, die an einem Ovarialkarzinom erkranken werden, ist bisher nicht bekannt.

Grading
:

Grad 1: überwiegend papilläre und/ oder glanduläre Tumorstrukturen

Grad 2: papilläre und/ oder glanduläre Tumorstrukturen und solide Tumoranteile

Grad 3: überwiegend solide Tumoranteile

Es gibt 3 Ausbreitungsformen des epithelialen Ovariakarzinoms:

 

-

Die direkte intraabdominelle Tumorausbreitung mit peritonealem Befall benachbarter pelviner und/oder anderer abdominaler Strukturen:
häufigste und wahrscheinlich zeitlich frühste Form
 

-

Die lymphogene Ausbreitung via pelvine und iliakale Lymphknoten sowie entlang den ovariellen Blutgefäßen, den Ligg. infundibulo-pelvica zu den paraaortalen und renalen Lymphknoten:
wird bereits in Frühstadien beobachtet, ist aber in fortgeschrittenen Stadien besonders häufig
 

-

äußerst selten im Frühstadium, häufige Manifestation einer extraabdominalen Tumorausbreitung sind Pleuraergüsse rechtsseitig; Risikofaktoren für Fernmetastasierung: Aszites, peritoneale Karzinose, große intraabdominale Tumormassen, manifeste retroperitoneale Lymphknotenmetastasierung
 

Knochenmetastasen kommen bei einem primären Ovarialkarzinom praktisch nicht vor.

Bei fortgeschrittener Erkrankung sind die Hauptmanifestationen des Tumors das parietale Peritoneum, die Dünn- und Dickdarmserosa sowie die retroperitonealen Lymphknoten des Beckens und entlang den großen Gefäßen. Fernmetastasen in Leber, Lunge, Milz, Niere und ZNS sind selten und häufig erst in der Finalphase der Erkrankung zu beobachten.

Stadieneinteilung der malignen Ovarialtumoren nach UICC/ FIGO (1989)

 

TNM-Stadien FIGO-Stadien     Tumorausbreitung
 
Tx - Primärtumor nicht beurteilbar
 
T0  - kein Anhalt für Primärtumor
 
T1  I  begrenzt auf Ovarien
 
T1a Ia Auf ein Ovar begrenzt, Kapsel intakt, kein Tumor auf Ovaroberfläche
 
T1b Ib   Beide Ovarien befallen, Kapsel intakt, kein Tumor auf Ovaroberfläche
 
T1c   Ic Wie Ia oder Ib, zusätzlich: Kapseldurchbruch oder maligne Zellen in Aszites/ Peritonealspülung (Zytologie)
 
T2 II 

Befall eines oder beider Ovarien, Tumorausbreitung im Becken
 

T2a IIa  Ausbreitung auf Uterus und/ oder Tube(n)
 
T2b IIb  Ausbreitung auf anderes Beckengewebe
 
T2c IIc     Wie IIa oder b und maligne Zellen im  Aszites oder in der Peritonealspülung
 
T3 III     Befall eines oder beider Ovarien, Peritonealmetastasen außerhalb des Beckens und/oder Metastasen an der Leberkapsel
 
T3a IIIa  Mikroskopische Peritonealmetastasen außerhalb des Beckens
 
T3b IIIb Makroskopische (<2cm) Peritonealmets. außerhalb des Beckens
 
T3c IIIc Peritonealmetastasen außerhalb des Beckens >2cm und/oder befallene retroperitoneale oder inguinale Lymphknoten (oder beides)
 
M1  IV  Fernmetastasen: z.B. Leberparenchymmetastasen, Pleua
 

Fragen Sie Ihren Arzt nach laufenden Studien; z.B. gibt es für Patientinnen mit epithelialem Ovarialkarzinom und kompletter Remission nach erfolgter Primärchemotherapie eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte, multizentrische Studie mit Abagovomab als Erhaltungstherapie, an der auch Sie mit teilnehmen könnten, wenn Sie in die Studienkriterien passen – Erkundigen Sie sich!


Literatur:
Schmalfeldt
B et.al.
Aktuelle Primärtherapie des Ovarialkarzinoms
Journal Onkologie, ISSN: 1618 7687
Sonderheft Sept. 2004, pp: 28-30

Gordon et.al.
Long-term survival advantage for women treated with pegylated liposomal doxorubicin compared with topotecan in a phase 3 randomized study of recurrent and refractory epithelial ovarian cancer.
Gyn
Oncol 95: 1-8 (2004)

Strauß HG
Diagnose und Therapie des Ovarialkarzinoms
Leben, pp: 14-16, 04/ 2004

Sehouli
J, Lichtenegger W (Hrsg.)
Eierstockkrebs:100 Fragen – 100 Antworten.
Adademos Wissenschaftsverlag
ISBN: 3-934410-55-3

Meerpohl
HG, du Bois A.
Maligne Ovarialtumoren –Übersicht
in : Schmoll HJ, Höffken K, Possinger K (Hrsg.)
Kompendium Internistische Onkologie, 3. Auflage, pp: 1353-1354 (1999)

Meerpohl
HG
Kap. 41.53-41.62
in : Schmoll HJ, Höffken K, Possinger K (Hrsg.)
Kompendium Internistische Onkologie, 3. Auflage, pp: 1354-1507 (1999)

Links:
www.ago-ovar.de
www.eierstock-krebs.de
www.vitaloptions.org
www.inkanet.de
www.noggo.de
www.ovarian-news.org
www.mamazone.de
www.krebshilfe.de

 






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