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Zervixkarzinom
Die Kolposkopie/ Lasersprechstunde z. B. der Universitäts-Frauenklinik Tübingen
als Kooperationszentrum zwischen zytologischem Labor sowie den histologischen und
molekularbiologischen Laboratorien des Pathologischen und Virologischen Institutes wird
von einem speziell ausgebildeten, überwiegend aus Fachärzten bestehenden Ärzteteam
betrieben.
Die Aufgaben der Kolposkopie-Lasersprechstunde umfassen die Diagnostik und Therapie von
Erkrankungen des Gebärmutterhalses, der Scheide sowie des äußeren Genitale.
Schwerpunkte sind die Abklärung und minimalinvasive Therapie von potentiellen
Krebsvorstadien. Hierzu gehören beispielsweise die Abklärung von zytologisch
auffälligen Abstrichen, Lasertherapie von Krebsvorstadien, Abklärung von Infektionen mit
Papillomviren (HPV-Infektionen), die ambulante Entfernung von Kondylomen (Feigwarzen)
sowie die Abklärung unklarer Infektionen. Die kolposkopische Diagnosestellung sollte
überall gemäß der Europäischen Nomenklatur (Rom 1990) erfolgen.
Therapeutische Möglichkeiten
Liegen die zu behandelnden Veränderungen am Gebärmutterhals gut sichtbar und hat die
Patientin noch keine Kinder geboren, so wird bei dysplastischen Veränderungen in der
überwiegenden Zahl der Fälle eine ambulante Lasertherapie, ebenfalls im Rahmen der
Sprechstunde, durchgeführt. Der Eingriff bedarf keiner Narkose, dauert im Schnitt ca. 15
Minuten und hat den großen Vorteil, dass bei nachfolgenden Schwangerschaften keine
Komplikationen wie z.B. eine Gebärmutterhalsschwäche bekannt sind. Alternativ wird die
Kegelausschneidung (Konisation) am Gebärmutterhals unter stationären Bedingungen
angeboten. Dieser Eingriff erfordert eine Narkose und wird notwendig, wenn das entfernte
Gewebe aus diagnostischen Gründen genau aufgearbeitet werden sollte oder wenn die
Veränderungen im Kanal des Gebärmutterhalses liegen. 6 Monate nach Eingriff werden alle
Patientinnen nochmals kolposkopisch genau untersucht und bei unauffälligem Befund in die
weitere regelmäßige Facharztkontrolle entlassen.
Untersuchungsablauf Kolposkopie
Im Rahmen der kolposkopischen Untersuchung werden die Schamlippen, die Scheide sowie der
Gebärmutterhals mit einem sogenannten Kolposkop betrachtet, welches dem Untersucher das
Gesehene vergrößert und detailliert wiedergibt.
Es werden Abstriche für die zytologische Beurteilung, die HPV-Diagnostik sowie, falls
erforderlich, für Bakterien und Viren (z.B. Herpesviren) entnommen. Die Beurteilung der
zytologischen Präparate erfolgt im Labor der Frauenklinik, die Abstriche auf
Papillomviren werden im Pathologischen Institut mittels Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR)
und im Institut für Experimentelle Virologie mittels Hybrid Capture II Test (HCT II) und
PCR analysiert.
Die kolposkopische Untersuchung erfordert das Auftupfen von verdünnter Essigsäure auf
Gebärmutterhals, Scheide und ev. die Schamlippen. Das Aufbringen einer Jodlösung mittels
Tupfer schließt sich an. Kolposkopisch auffällige Befunde stellen sich nach
Essigsäureapplikation als weiße Areale dar. Dadurch kann an entsprechender Stelle eine
Probeentnahme mittels Knipsbiopsie exakt durchgeführt werden. Nach histologischer
Aufarbeitung der Gewebeprobe werden die kolposkopischen, zytologischen, histologischen und
Papillomvirusbefunde zu einem einheitlich diagnostischen Bild zusammengebracht und der
Patientin eine adäquate Therapie angeboten.
Diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft, entspricht in etwa dem Krebsvorsorgeabstrich,
nur dass nach der Untersuchung oft noch Nachblutungen vorkommen, die durch die Biopsie
ausgelöst werden können
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| Normaler Gebärmutterhals |
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Essigweißes Epithel bei
Gebärmutterhalsdysplasie |
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| Zusatzkriterien wie Mosaik und Punktierung bei
essigweißem Epithel |
Literatur:
Den Beitrag über Kolposkopie konnte ich mit freundlicher Unterstützung von Frau Dr.
Menton erstellen, die auch die Bilder zur Verfügung gestellt hat.
Konisation
Sollte sich der Verdacht auf eine Krebserkrankung durch die vorgenommene Kolposkopie
erhärten, ist unbedingt als nächste Maßnahme eine Konisation angezeigt. Eine
Konisation wird unter Narkose durchgeführt, ist in der Regel hinterher nicht schmerzhaft,
wird sogar teilweise schon ambulant durchgeführt. Dabei wird ein Kegel aus dem
Gebärmutterhals/ Muttermund entnommen, der wiederum hilft, das genaue Stadium des Krebses
noch genauer zu bestimmen. Nur dadurch hat man die Möglichkeit, entsprechend der Leitlinien
für die Patientin die nachfolgende optimale Behandlung festzulegen.
Nach der Konisation wird das entnommene Material in die Pathologie zur
Beurteilung geschickt. Diese Untersuchung dauert einige Zeit, da genau abgeklärt wird, ob
Krebs vorliegt und in welchem Stadium und dieses Ergebnis ist dann zielweisend für
die nachfolgende weitere Behandlung.
Mir war nicht klar, warum ich erst die Konisation über mich ergehen lassen musste und
dann erst nach 6 Wochen die große Wertheim-Operation durchgeführt wurde. Es war für
mich sehr nervenaufreibend,
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auf den Befund der Konisation zu warten, |
| b. |
noch einmal operiert werden zu müssen; man ist als Patient der Meinung,
dass die Operation doch gleich in "einem Abwasch" gemacht werden könne. |
Hier ist auch wieder das Vertrauensverhältnis zwischen behandelndem Arzt
und Patientin sehr wichtig. Mein Arzt hat mir genau erklärt, warum so vorgegangen werden
muß, und ich habe es verstanden und akzeptiert.
Operative Therapie
Bereits ein befallener Lymphknoten kann dazu führen, die Überlebenschance
drastisch zu senken. Tiefe Stromainvasionen des
Karzinoms, Hämangiosis bzw.
Lypmhangiosis und eine Resektion, die nicht im Gesunden erfolgte,
können weiterhin Faktoren sein, die als ungünstige Prognosefaktoren gelten
und eine Nachbehandlung nach Operation dringend erforderlich machen (siehe
Chemo-/ Strahlentherapie).
Es kann auch eine Absaugung über die Scheide vorgenommen werden. Dies nennt
man eine sog. Vaginale Hysterektomie. Nur bei kleinen Befunden und einem
ausdrücklichen Kinderwunsch ist eine Trachelektomie
(eine Entfernung eines Teils der Zervix uteri
mit Parametrien unter Belassung des Uterus)
erlaubt. Dieser Eingriff bedarf jedoch einer strengen Indikationsstellung
und sollte nur in ausgewiesenen Zentren erfolgen.
Strahlentherapie
Es muß zwischen der primären Strahlentherapie
und der Strahlentherapie nach Operation unterschieden werden. Die primäre
Strahlentherapie erfolgt als Kombinationsbehandlung von lokaler
Kontakttherapie und perkutaner Hochvoltbestrahlung mit Photonen des
Linearbeschleunigers.
Die HDR-Brachytherapie ist seit 1972 etabliert.
In einem sog. Afterloading-Verfahren werden
inaktive Applikatoren in den Tumor eingebracht.
Die Strahlenquelle wird dann ferngesteuert in den
Applikator eingefahren. Die Bestrahlung erfolgt mittels eines
Linearbeschleunigers mit einer Photonenstrahlung von mindestens 10 MeV.
Chemotherapie
In den letzten Jahren hat sich der Nutzen der Chemotherapie auch beim
Zervixkarzinom deutlich gezeigt. Wirksame
Monosubstanzen sind z.B. Cisplatin, Carboplatin,
Ifosfamid, Vincristin,
Bleomycin, 5FU, Vinorelbin,
MitomycinC, Taxane
und Gemcitabin, Irinotecan.
Durch die oft auftretende Nierenschädigung bei
Zervixkarzinompatientinnen ist es jedoch nicht ratsam, platinhaltige
Substanzen anzuwenden und lieber auf MitomycinC
auszuweichen (falls die Nierenschädigung vorliegt).
Jedoch stehen die Erfolge der Chemotherapie immer noch hinter denen der
Operation/ Radiotherapie zurück.
Wird eine Chemotherapie der Operation vorgeschaltet hat dies immer zum Ziel,
den Tumor operabel zu machen. Dies betrifft vor allem die
Zervixkarzinome im Stadium IB2 und IIB.
Von einer Chemotherapie vor Strahlentherapie erhofft man sich ebenfalls das
Kleinerwerden der Tumoren, die damit operabel
werden sollen. Die Ergebnisse sind jedoch noch umstritten.
Insbesondere die Fernmetastasierung konnte durch
eine adjuvante Chemotherapie bei Patientinnen positiv beeinflusst werden,
jedoch liegen hierzu noch keine ausreichenden Erfahrungen vor.
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