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Morbus Paget

Es wird die Exzision mit weiten, mikrophagisch kontrollierten Schnitträndern empfohlen. Die adjuvante Bestrahlung sowohl des Exzisionsbettes als auch der drainierenden Lymphknoten wird positiv diskutiert. Bei Befall regionärer Lymphknoten (Lk-Sonographie!) profitieren die Patienten von einer radikalen Dissektion. Radio- und chemotherapeutische Standards für den Metastasierungsfall gibt es derzeit noch nicht.

Die Rezidivrate ist hoch.

Es muß auf jeden Fall gefahndet werden, ob dieser Tumor mit einem anderen einhergeht, wie z.B. beim Zervixkarzinom, Rektum-ca. etc.. Die Häufigkeitsrate liegt bei 20% bei diesen Tumorarten, am M. Paget als Zweittumor zu erkranken. Dies ist zwar relativ gering, jedoch für die Betroffenen umso schlimmer. Weiterhin gibt es wenige Ärzte in Deutschland, die sich mit diesem Hauttumor auskennen und ihn richtig diagnostizieren.

Literatur:
Hofmann U, Stein A, Helmbach H, Philipp A, Schadendorf D
Der Onkologe, 5: 975 – 984 (1999)

Epidermal skin tumours.

In : Champion RH, Burton JL, Ebling FJG (Ed.): Textbook of Dermatology, Vol. 2
5. Ed., Blackwell Scientific Publ., 1992

Haas HG
Morbus Paget
Dtsch Med Wochenschr Aug 27, 96 (35): 1412 (1971)

Von Flue M, Baerlocher C, Herzog U

Perianal extramammary Paget’s disease

Schweiz Rundsch Med Prax Nov 8, 83 (45): 1267-9 (1994)

Weghaupt K.
Dystrophy and precancerous changes in the vulva: symptoms, histology and therapy.
Geburtshilfe Frauenheilkd 45 (5): 275-81 (1985)


Es gibt nur sehr alte und wenig Literatur zu dem Thema. 
Weitere Erläuterungen aus der Literatur/ Internet zum Thema:
http://www.ahc-consilium.at
Morbus Paget (der Mamma)
Intraepidermale Ansammlung von Tumorzellen bei gleichzeitig bestehendem Drüsengangkarzinom (meist Mammakarzinom); überwiegend bei Frauen (meist 40.–60. LJ). Häufigste Lokalisation Brustwarze und Warzenhof.
Extramammärer Paget
Besonders perianal häufig zugrundeliegendes Adenokarzinom

Symptome

Zunächst ekzemähnlicher, aber scharf begrenzter Herd, dann Nässen und Schuppenkrusten. Beim mammären M. Paget später Einebnung und Einziehung der Mamille, tastbare Verhärtung. Typisch: einseitige Lokalisation, höheres Erkrankungsalter (DD: Mamillenekzem)
Spinozelluläres Karzinom
Zweithäufigster Hautkrebs (nach Basaliom). Infiltrativ-destruierendes Wachstum, meist lymphogene Metastasierung. Bevorzugt im höheren Lebensalter (ab ca. 55. J.), häufiger bei Männern; meist auf dem Boden einer aktinischen Präkanzerose

Symptome

– Zunächst kleinpapulöser oder plattenartiger, schmerzloser, derber Herd mit hyperkeratotischer Oberfläche
– Meist innerhalb von Monaten deutliche Größenzunahme, später zentrale Ulzeration, Einbruch in benachbartes Gewebe (Subkutis, Muskulatur, Knorpel, Knochen usw.), Metastasierung in regionäre Lymphknoten und innere Organe
– 90% aller Hautkarzinome entstehen in lichtexponierten Regionen

Prognose

Relativ günstig, 5-Jahres-Heilung ca. 90%

Metastasierungsrisiko

Bei UV-Karzinomen sehr gering


Sonderformen


Lippenkarzinom

Auf dem Boden einer Leukoplakie oder chronischen Cheilitis der Unterlippe bei Männern. Metastasen in ca. 10% vorhanden

Zungenkarzinom

Häufig auf dem Boden einer Leukoplakie oder chronischen Glossitis, überwiegend bei Männern am Zungenrand, frühe Metastasierung

Peniskarzinom

Entstehung häufig über Leukoplakie, Morbus Bowen, chronische Balanitis (bei Phimose). Häufigster Sitz Glans penis, frühzeitig Metastasierung

Vulva-Karzinom

Entwicklung meist über Leukoplakie, Morbus Bowen. Häufigster Sitz: Übergang große Schamlippen/kleine Schamlippen, Klitoris; frühzeitige Metastasierung

Inflammatorisches Mammakarzinom

Erysipelartige Hautveränderungen (ohne Temperaturerhöhung). Bei Verdacht schnelle diagnostische Klärung (Biopsie), da ungünstige Prognose

Hautmetastasen

Hämatogene Hautmetastasen können von malignen Tumoren der Haut oder anderer Organe ausgehen. Typisch: unterschiedlich hoher Sitz in verschiedenen Etagen der Haut, häufig im Gesicht
Lymphogene Hautmetastasen bei malignen Tumoren der Haut und angrenzender Organe; vor allem bei Mammakarzinom
Behandlung

Morbus Paget der Mamma
Lokalbehandlung: Behandlung wie Mammakarzinom (s.d.)

Morbus Paget perianal

Lokalbehandlung: Großzügige Exzision, Fahndung nach Adenokarzinom
 

Spinozelluläres Karzinom

- Bei Tumoren des Handrückens in der Regel chirurgische Therapie ebenso bei kleineren Tumoren und bei solchen mit Einbruch in umgebendes Gewebe (Knorpel, Knochen) und Lymphknotenmetastasen

- Bei Lippen- und Peniskarzinom (Frühstadium) Strahlentherapie; etwa gleichwertig der chirurgischen Therapie

- Vulvakarzinom, Zungenkarzinom: Behandlung seitens des entsprechenden Facharztes (operative Entfernung, Nachbestrahlung, evtl. Betatron),

 

Hautmetastasen

- Behandlung des Primärtumors

- Bei einzelnen Metastasen chirurgische Entfernung oder Strahlenbehandlung möglich, bei multiplen Metastasen evtl. zytostatische Therapie

Prophylaxe von Hauttumoren

– Lichtschutz!
– Konstante Kontrolle in ¼ - ½ - Jahresabständen

http://alf3.urz.unibas.ch/pathopic/

http://www.m-ww.de/krankheiten/krebs/vulvakrebs.html


http://www.akh-wien.ac.at/gyn/

http://www.oeggg.at/downloads/Leitlinien_2003/

http://www.curette.de/gynaekologen_1_2.htm

http://www.springerlink.com/


 

Artikel zu seltenen Tumoren:

http://www.springerlink.com/media


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